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Parkplätze fallen weg

Erschwerter Weg zum Bahnhof

Foto: Hörner

Stuttgart - Bahn-Reisende werden sich wenige Monate nach dem Baustart von Stuttgart 21 auf erhebliche Behinderungen einstellen müssen. Der ebenerdige Nordausgang könnte geschlossen werden, der stark frequentierte Parkplatz davor wird zur Jahresmitte gesperrt.

"Ja, der gesamte Parkplatz fällt weg", bestätigt Wolfgang Schanz, Leiter des städtischen Tiefbauamts, auf Anfrage. Dem Grundstückspächter, der Stuttgarter Heimschutz GmbH, sei zur Jahresmitte gekündigt worden. Wann der wichtige Parkplatz wieder genutzt werden kann weiß Schanz nicht. Die Stadt erhalte aber von der Bahn eine Entschädigung für die entgangene Pacht.

Die Auslastung der 111 Stellflächen, von denen aus ein ebenerdiger Zugang zur Kopfbahnsteighalle möglich ist, sei "ganz gut" sagt Heimschutz-Geschäftsführer Eric Merglen in schwäbischer Untertreibung. Auch Merglen weiß nicht, wann er wieder Zugriff auf die Fläche haben wird.

Die Bahn braucht den Parkplatz, weil sie darunter über zwei Stockwerke ein Technikgebäude für den Durchgangsbahnhof errichten will. Laut Ausschreibung muss die direkt vor dem Nordeingang liegende Technikzentrale am 31. Dezember 2012 fertig sein.

"Ich sehe da ein logistische Problem"

"Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Abläufe nicht geklärt sind, und dass diejenigen, die den Neubau planen, bestehende Einrichtungen schlicht ausgeblendet haben", kommentiert Klaus Knupfer, der Vorstandsvorsitzende der Stuttgarter Taxi-Genossenschaft, die bisherigen Pläne.

Ihm sei vor kurzem eröffnet worden, dass nicht nur mindestens 15 der 25 Taxi-Standplätze vor dem Nordausgang wegfielen und die Vorfahrt in Richtung Landesbank verlegt werde. "Man hat uns auch gesagt, dass wir als Ersatz für den Nordausgang einen kleinen ebenerdigen Eingang bei der Post nutzen können." Die Post hat im Nordflügel eine große Schließfachanlage. Sie muss zur Jahresmitte 2009 aufgegeben werden, weil nach bisheriger Planung des Bahn-Bauchefs Hany Azer der Nordflügel im Herbst abgerissen werden soll.

Er suche mit dem Vorsteher des Hauptbahnhofs nach einer Lösung, so Knupfer, der die Flächen rund um den alten Bonatz-Bau knapp werden sieht. Der Taxi-Halt am Südeingang neben dem Bahnhofsturm fällt für den Bau des zentralen Eingangs in den neuen Tiefbahnhof weg. Auch auf den drei Taxi-Reihen vor den Bahnhofs-Arkaden am Klett-Platz ist ein Baufeld vorgesehen. "Wir brauchen dringend eine Information über den Bauablauf. Auf die Verkehrsplaner der Stadt wartet hier eine riesige Aufgabe", sagt der 62-jährige Knupfer.

Der Bahn stünden im nahen Parkhaus unter der LBBW insgesamt 660 Plätze zur Verfügung, beruhigt das Stuttgart-21-Sprecherbüro von Wolfgang Drexler. Wie viele Plätze tatsächlich für Reisende zur Verfügung stehen ist allerdings unklar, und wo die bisher 80 Taxen am Bahnhof während der Bauzeit positioniert werden sollen ebenso. Eine Vorfahrt im Norden bleibe erhalten. "Die Zufahrt zum Parkhaus muss deutlich ausgeschildert werden", fordert Knupfer. "Dass es von dort aus zum Bahnhof geht weiß doch kein Mensch."

Ein neuer, um 120 Meter vom alten Bahnhof abgerückter Querbahnsteig sei sowohl vom Norden als auch per Rampe vom Schlossgarten aus erreichbar, Nord- und Südausgang blieben "für Fußgänger zugänglich", heißt es aus Drexlers Büro. So stehe es in den Plänen für die Baugenehmigung.

Mit zehn Taxen auf der Nordseite ließen sich Fahrgäste des regelmäßig verspäteten 1-Uhr-Zugs aus Hamburg kaum befriedigen, warnt Knupfer. Die Bahn zahlt den Verspäteten teils weite Taxifahrten. "Aus dem Zug kommen bis zu 300 Leute" so Knupfer. "Ich sehe da ein logistische Problem."
 

Konstantin Schwarz

03.02.2010 - aktualisiert: 03.02.2010 19:21 Uhr

 



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