Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 05.02.2010

 

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Ein größerer Salzvorrat soll die Nerven schonen

Kernen. Die Gemeinde will ihr Lager mit einem zweiten Silo oder einer interkommunalen Reservehalle vergrößern. Von Sascha Sauer
 

Plusgrade versprechen dem Winterdienst eine Verschnaufspause. Allerdings nur eine kurze. "Wenn der Schnee geht, kommt in der Regel das Glatteis", sagt Uwe Heinrich der Leiter des Betriebshofs Kernen. Die vergangenen Wochen haben ihn und seine Team auf eine harte Probe gestellt. "In so einer kurzen Zeit so viel Schnee hintereinander, das gab es bisher selten bei uns."



Von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr waren die Arbeiter mit Streufahrzeugen, Schmalspurschleppern oder auf den Füßen unterwegs. Haben Straßen, Gehwege und Treppen mit Schneepflug und Streusalz geräumt. "Besonders stressig ist die Zeit des Berufsverkehrs", sagt Heinrich. Da hätte der Winterdienst nicht nur mit Schneemassen, sondern auch mit schimpfenden Autofahrern zu kämpfen gehabt.



Das wirksamste Mittel im Kampf gegen verschneite und vereiste Fahrbahnen ist die Sole. Bereits mehr als 80 Tonnen Salz wurden in diesem Winter in Kernen ausgebracht. Während andere Städte und Kommunen Mangel beklagen, gibt Heinrich Entwarnung: "Wir haben noch Vorrat." Seit das Tief Daisy Anfang Januar das Land mit Schnee und Eis überrollt hat, hat Heinrich beim Verbrauch auf die Bremse gedrückt. Statt zehn Gramm Salz pro Quadratmeter haben die Streufahrzeuge nur etwa die Hälfte auf den Straßen ausgebracht.



Doch was werden die kommenden Wochen für Wetter bringen? Der Winter ist noch nicht vorbei, und die Lieferzeiten werden immer länger. In den Salinen wird zwar rund um die Uhr gearbeitet, aber bei Engpässen werden erst die Autobahn- und Straßenmeistereien beliefert, bevor sich die Lager der Kommunen füllen. Dieses Problem wurde auch kürzlich beim Bauhofleitertreffen im unteren Remstal diskutiert. Bei der Sitzung wurde eine Idee in den Raum geworfen: Sollte man nicht als interkommunale Lösung eine gemeinsame Reservehalle nutzen oder bauen? Die Vertreter der Städte Waiblingen, Fellbach und Schorndorf hätten Interesse signalisiert, berichtet Heinrich. In der Praxis sähe das so aus: Erst leeren die Kommunen ihre eigene Silos, sollten dann die Nachbestellungen zu lange auf sich warten lassen, könnte man Salz von der Reservehalle schöpfen.



Doch noch eine weitere Lösung ist in Kernen im Gespräch: ein zweites Silo. "Würde man das auf dem Betriebshof aufstellen, wäre das vom technischen Ablauf her die beste Lösung", sagt Heinrich. Allerdings auch eine teure Lösung, denn so ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 72 Tonnen kostet rund 42 000 Euro. Eine zusätzliche Lagerkapazität hält Heinrich für nötig. Das würde gerade bei Engpässen die Nerven schonen. "Ohne Streusalz wäre Glatteis tödlich."



Ein Mitarbeiter vom Betriebshof wird dieser Tage nach Traunstein fahren. Dort teilen sich mehr als 20 kleinere Gemeinden eine mit Streusalz gefüllte Halle. Seine Eindrücke werden beim nächsten Bauhofleitertreffen im unteren Remstal in die Diskussion um eine Reservehalle miteinfließen. "Wenn die Fakten auf dem Tisch sind, werden wir Bürgermeister Stefan Altenberger unterrichten", sagt Heinrich.



Im Technischen Ausschuss des Gemeinderats Kernen hat sich Bürgermeister Altenberger am Mittwoch auf eine CDU-Anfrage hin für eine wirtschaftliche Lösung ausgesprochen. Den Männern des Bauhofs sprach er mit Zustimmung der Gemeinderäten großes Lob für ihren Winterdienst aus: "Sie haben einiges geleistet."
 

05.02.2010 - aktualisiert: 05.02.2010 06:03 Uhr

 

 



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