Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 05.02.2010
Handball Vor einer dreiwöchigen Spielpause empfängt die Mannschaft des SV Fellbach am Samstagabend Gäste von der SG Nußloch. Beide Teams stehen derzeit auf einem Abstiegsplatz in der Baden-Württemberg-Oberliga und brauchen jeden Zähler. Von Markus Merz
Wohl auch aus sportlichen Gründen. Denn der Aufsteiger aus der Badenliga hat in der Fremde bisher gerade mal drei Punkte geholt. Will sich der SV Fellbach noch eine reelle Chance auf den Klassenverbleib in der Baden-Württemberg-Oberliga bewahren, sollte es bei diesen drei Punkten für die SG Nußloch bleiben. "Uns hilft nur ein Sieg", sagt SVF-Manager Hans Ulmer in Kennntis der Lage. Sicher, auch bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage wäre der einstige Regionalligist noch nicht abgestiegen. Immerhin hat der 15. der Tabelle lediglich vier Zähler Rückstand auf den achten Platz und hätte nach der Partie am Samstag weitere zehn Spiele Zeit, noch die nötigen Punkte zu holen. Dennoch: Die Lage ist prekär. Vor allem, weil die zuletzt gezeigten Leistungen der Fellbacher Akteure kaum Anlass zur Hoffnung geben.
Nun ist einem Großteil der SVF-Handballer das Bemühen nicht abzusprechen. Spieler wie Julian de Boer (2,16 Tore im Schnitt), Sascha Hartl (2) und Marcel Schilling (1,06) haben in der jüngeren Vergangenheit noch in wesentlich tieferen Klassen agiert. Andere wie Timo Kelle (0,64), Oliver Gomes (2,37), Joachim Neß (0,61) oder Tobias Steigerwald (1,75) haben ihre Qualitäten vornehmlich in der Defensive. Pascal Kaufmann hat zuletzt wenig bis gar nicht gespielt, was nur noch Cedric Coudoro (3,53), Damir Marjanovic (7,68), Lars Neuffer (2,05) und Ivan Miletic (2,64) übrig lässt. Die beiden Letztgenannten haben ihre Stärken bisher fast immer verborgen. Bei Cedric Coudoro und Damir Marjanovic, den beiden einzig wirklich torgefährlichen Spielern, folgt einer guten Leistung zu oft eine schlechte. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Tobias Job und Frieder Hansen hat der Fellbacher Kader einfach zu wenig Qualität, vor allem, was die Wirkung im Angriff betrifft. Das spiegelt sich auch in der Tabelle wider. Denn zur mangelnden Punktzahl kommt beim Vorletzten die mit Abstand schlechteste Offensive (505 Tore). 559 Gegentore gehören dagegen zu den besseren Werten, was das Fellbacher Dilemma erst richtig deutlich macht. Mit einer nur halbwegs treffsicheren Offensive hätte der SVF wohl wenig mit dem Abstiegskampf zu tun. "Da fehlt einfach das Selbstvertrauen. Wir trainieren ja schon gar keine Abwehr mehr, sondern nur noch den Angriff", sagt der Trainer Harald Beilschmied.
05.02.2010 - aktualisiert: 05.02.2010 06:05 Uhr
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