Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 08.02.2010
Stetten. Erster Kreisschützentag nach dem Amoklauf von Winnenden. Von Michael Käfer
"Wir stellen uns unserer Verantwortung", sagte der in seinem Amt bestätigte Kreisoberschützenmeister Roland Mayer. Wie allerdings von einigen Seiten mit den Schützen umgegangen werde, ist für Roland Mayer "befremdlich". Als Beispiel nannte er die Ausladung von Ferienprogrammen vieler Gemeinden wie beispielsweise Kernen. Aber auch die Kommunikation zum Sportkreis und zum Landratsamt sei seit dem Amoklauf offenbar verbesserungsfähig.
Mit Hartfrid Wolff (FDP) und Joachim Pfeiffer (CDU) zeigten zwei Bundestagsabgeordnete beim Kreisschützentag Präsenz. Joachim Pfeiffer, als Reserveoffizier im Umgang mit Waffen nicht völlig unerfahren, betonte, er sei "wie in jedem Jahr" gerne zu den Schützen gekommen, "deren überwiegende Mehrheit vertrauensvoll mit Waffen umgeht". Die damalige Regierung habe das Waffenrecht novelliert, doch biete das keinen hundertprozentigen Schutz. Entscheidend sei das Verantwortungsbewusstsein der Waffenbesitzer. Hartfrid Wolff lehnt das neue Waffenrecht ab: "Ich habe immer darauf hingewiesen, dass die Bürokratie ihr Ziel nicht erreichen wird." Er meldete zudem Bedenken gegen die verdachtsunabhängigen Kontrollen an. Nicht ohne Grund habe die Regierungskoalition bis 2011 eine Überprüfung der Verschärfungen vorgesehen. "Änderungen auf dem Papier bringen wenig", sagte Hartfrid Wolff, der eher eine gesellschaftliche Debatte über das Thema forderte.
Bei der vom Musikverein Stetten unter der Leitung von Dieter Richter musikalisch umrahmten Veranstaltung hatte Roland Mayer anschließend Positives zu berichten. Die Kassenlage gibt wenig Anlass zur Besorgnis, und an sportlichen Erfolgen gibt es ebenfalls keinen Mangel. Frank Jekel (SSV Leutenbach) ist nicht nur alter und neuer Schützenkönig im Kreis, sondern auch amtierender Landesschützenkönig. Dass die Bogenschützen der SK Fellbach-Schmiden während des Schützentages in die zweite Bundesliga aufstiegen, sorgte ebenfalls für Applaus (siehe Bericht Seite VI). Gut abgeschnitten beim Kreiskönigsschießen am Vormittag hat zudem Bernhard Leber von der Schützengilde Stetten, der erster Ritter bei den Jugendlichen wurde, also Platz zwei belegte. Er ist damit Symbol für die gute Jugendarbeit der SGi. Bei den Ehrungen wurden vier Mitglieder der erstmals einen Kreisschützentag ausrichtenden SGi Stetten geehrt: Hans Beck mit dem Verdienstehrenzeichen in Gold, Paul Leber mit der Verdienstmedaille in Bronze, Daniel Probst mit dem Verdienstehrenzeichen in Silber und der Stettener Oberschützenmeister Jochen Linsenmaier erhielt das Abzeichen Kreis groß Silber.
08.02.2010 - aktualisiert: 08.02.2010 06:02 Uhr
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