Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 08.02.2010

 

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Aufbruchstimmung statt Abschiedsstimmung

Handball Die Mannschaft des SV Fellbach gewinnt am Samstagabend in der Baden-Württemberg-Oberliga gegen die SG Nußlochmit 29:26 (11:12) - Hoffnung im Abstiegskampf. Von Maximilian Hamm
 

Nein, aufgegeben haben die Handballer des SV Fellbach sich noch nicht. Davon konnten sich die etwa 150 Zuschauer am Samstagabend in der Zeppelinhalle in Fellbach beim 29:26-Erfolg der Gastgeber gegen die Mannschaft der SG Nußloch überzeugen. Allen voran konnten sich davon diejenigen Zuschauer überzeugen, die bereits in der vergangenen Woche beim Heimspiel gegen das Team der TB Kenzingen dabei gewesen waren. Emotionslos hatten sich die Fellbach Akteure da ergeben, sie hatten über weite Strecken der Begegnung überfordert gewirkt. Die 23:26-Niederlage sorgte für eine trübe Stimmung beim SV Fellbach, fast schon eine Abschiedsstimmung. Auf den Cheftrainer Harald Beilschmied trifft sie in jedem Fall zu, verlässt er doch nach dieser Saison den SV Fellbach. Und seit vergangenem Freitag trifft sie auch auf Damir Marjanovic zu. Der treffsicherste Fellbacher Werfer hat seinen Wechsel zum Saisonende bekanntgegeben. Er wird in wenigen Monaten für den Regionalligisten TSB Horkheim spielen (wir haben berichtet). Noch aber ist Damir Marjanovic in der Baden-Württemberg-Oberliga für den SV Fellbach aktiv. Und am Samstagabend war er mit seinen acht Treffern maßgeblich daran beteiligt, dass die Mannschaft des SV Fellbach weiter hoffen darf, auch in der kommenden Saison in der vierthöchsten deutschen Spielklasse spielen zu können.



Gar nicht mehr emotionslos und überfordert wirkten die Fellbacher Ballwerfer gegen die Gäste der SG Nußloch, den Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib. Und dementsprechend war auch die Stimmung gar nicht mehr so trübe. Die Abschiedsstimmung ist beim SV Fellbach einer Aufbruchstimmung gewichen. "Die Spieler haben im Laufe des Spiels gemerkt, dass sie es doch können", sagte Harald Beilschmied, dessen Mannschaft in der heimischen Zeppelinhalle zunächst recht schwer ins Spiel gefunden hatte. Bis zur 20. Minute musste sie einem Rückstand hinterherlaufen. Die Abwehr um den Torsteher Stefan Doll war noch nicht bei der Sache, im Angriff blieben Chancen ungenutzt. Erst eine Auszeit des SVF brachte die Wende im Spiel. Harald Beilschmied tauschte den Torsteher, Florian Lehrmann stand fortan zwischen den Pfosten. Mit Tobias Steigerwald kam auch Stabilität in die Abwehr, und ins Spiel kam zudem Damir Marjanovic. Nach 45 Minuten übernahmen die Handballer des SV Fellbach erstmals die Führung (19:18) und gaben sie bis zum Ende nicht mehr ab. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen - und nicht nur mir. Und der Stein war groß", sagte Harald Beilschmied. In die überschwängliche Freude bei den Fellbacher Spielern und Verantwortlichen schlich sich die Frage: Wieso haben wir das nicht auch schon in der vergangenen Woche so gemacht? "Da hatten viele ihr Hirn nicht eingeschaltet, da war keine Euphorie mit dabei, das war nur Dienst nach Vorschrift", sagte der Trainer Harald Beilschmied. Am Samstagabend dagegen haben auch Cedric Coudoro und Lars Neuffer ihre Qualitäten im Angriff wiederentdeckt. Zuletzt eher blass geblieben, konnten sie gegen das Team der SG Nußloch mit fünf respektive sechs Treffern überzeugen.



"Die Chance lebt", sagte der Fellbacher Trainer vor der dreiwöchigen Spielpause. Nein, aufgegeben haben sich die Handballer des SV Fellbach noch nicht.



SV Fellbach: Doll, Lehrmann - de Boer, Schilling (4), Hartl, Kelle, Gomes, Marjanovic (8/4), Steigerwald (1), Kaufmann, Neß, Neuffer (6), Coudoro (5), Miletic (5).


 

08.02.2010 - aktualisiert: 08.02.2010 06:05 Uhr

 

 



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