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Chaos bei Lazio

Nur Hohn und Spott für Hitzlsperger

Foto: dpa

Stuttgart - Das Debüt geriet zur Katastrophe. Für Lazio Rom - und für Thomas Hitzlsperger. Nach seinem misslungenen Einstand prasselt massive Kritik auf den Ex-VfB-Kapitän nieder. "Er ist nicht der Richtige", urteilt Trainer Davide Ballardini. Düstere Zeiten für Hitzlsperger.

Natürlich hatte sich Thomas Hitzlsperger seinen Einstand ganz anders vorgestellt. Doch das, was jetzt geschieht, übertrifft die schlimmsten Erwartungen des Nationalspielers, der um seinen Platz im WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw kämpft. Deshalb hatte er den VfB in der Winterpause verlassen und war nach Rom gewechselt. Lazio verhieß den Silberstreif am Himmel, den Stammplatz, den er bei den Roten verloren hatte, die Spielpraxis, die Löw von ihm verlangt. 64 Minuten kam Hitzlsperger am Sonntag bei der 0:1-Heimniederlage gegen Catania Calcio zum Einsatz. Dann nahm ihn Ballardini vom Platz. Seither steht "Hitz" am Pranger.

"Die neuen Spieler können uns natürlich helfen", sagte Ballardini (45) und fällte ein vernichtendes Urteil über Hitzlsperger: "Wir hätten eine andere Art von Mittelfeldspieler gebraucht. Einen wendigen Spieler, der am Ball besser ist und die Spitzen besser einsetzt." Das sagte der Mann, der den Wintereinkauf zu verantworten hat, und die italienischen Medien teilen seine Ansicht. Hitzlsperger selbst mochte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern.

Wie viel Kredit Hitzlsperger bei seinem Trainer hat, ist offen. Nicht nur, dass Hitzlsperger noch nicht einmal auf der vereinseigenen Homepage in Wort und Bild vorgestellt wird - auch Ballardini macht nach nur vier Siegen in bisher 23 Spielen nicht den Eindruck, als sei er stets auf Ballhöhe. Nach der Auswechslung von Hitzlsperger stellte er auf ein System mit vier Stürmern und zwei Mittelfeldspielern um. Eine Harakiri-Taktik, die seine ganze Verzweiflung belegt: Der Coach steht kurz vor dem Rauswurf. Der Verein scheute den letzten Schritt bisher nur, weil eine Entlassung ihn angeblich rund drei Millionen Euro Abfindung kostet.

Erstmals seit 21 Jahren belegt Lazio seit Sonntag einen Abstiegsplatz. Für die Anhänger ist das umso schmerzlicher, als der Lokalrivale AS Rom auch ohne den verletzten Luca Toni auf dem zweiten Tabellenplatz liegt. Und Besserung ist nicht in Sicht. Wie schon in den Wochen zuvor gingen die Fans auf die Barrikaden. Präsident Claudio Lotito, dessen selbstgefällige Amtsführung schon lange in der Kritik steht, benötigte Polizeischutz, um aus dem Stadion zu gelangen. Aufgebrachte Anhänger setzten einige Sitze in Brand.

Ballardini behauptet kühn: "Ich weiß, wie wir da rauskommen." Gezeigt hat er es bisher nicht. Nächstes Wochenende tritt Lazio beim Tabellen-13. Parma an. Mit Hitzlsperger? Selbst wenn er in der Startelf steht - richtig Grund zur Vorfreude hat er nicht.

www.sslazio.it

www.thomas-hitzlsperger.de

Den kompletten Artikel lesen Sie in unserer Printausgabe vom 9. Februar.
 

Thomas Näher

08.02.2010 - aktualisiert: 08.02.2010 18:10 Uhr

 



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