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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 25.02.2010

Plastic Planet

Erschreckende Reise durch eine vermüllte Welt

In Zeitraffer befreit ein Paar sein gesamtes Haus vom Plastik. Vor dem Haus stapelt sich alles nur Erdenkliche aus Kunststoff. Autor und Regisseur Werner Boote lässt in "Plastic Planet" immer wieder Wohnungen und Häuser im Schnelldurchgang vom Plastik säubern. Selbst eine armselige Behausung in Kalkutta fördert noch Berge zutage.

Der Zuschauer wird in vergnüglicher und höchst eindringlicher Weise mit den Dimensionen konfrontiert, die Plastik in unserer Zivilisation einnimmt. Um dessen gesundheitsschädigende Folgen klarzumachen, lässt Österreichs Antwort auf Michael Moore beispielsweise den Plastikgehalt im Blut unfruchtbarer Paare mit dem fruchtbarer Paare vergleichen - mit erschreckendem Ergebnis! Oder er fischt vor der Westküste Amerikas ein ganzes Glas voller Plastikpartikel, deren Verzehr für Fische den sicheren Tod bedeuten.

Dass es auch anders gehen kann, zeigt Bootes Dokumentation mit dem Besuch einer Fabrik für umweltfreundliches Bioplastik. Doch, so Bootes These, es ist die Lobby der großen Chemiekonzerne, deren Profitdenken umweltschonende Ideen unterdrücken. Bootes provokante, nachdenkliche, aber dennoch äußerst unterhaltsame Weltreise in Sachen Plastik endet mit einem Satz, der noch lange in den Ohren klingeln dürfte - ausgesprochen von einem Experten: "Plastik ist nicht direkt tödlich, reduziert jedoch die Lebensqualität erheblich!"
 

Wolfram Hannemann

25.02.2010 - aktualisiert: 25.02.2010 11:04 Uhr

 


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