Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 04.03.2010
Hier kommt Lola!
Ein Märchen für Mädchen
Jacky Jones ist ein Superstar. Sie ist eine berühmte Sängerin, hat Bodyguards, jede Menge Fans, viel Geld. Gerade sitzt sie in ihrer Stretchlimousine und beschließt, eine wunderschöne Villa samt Kaugummiautomaten zu kaufen und ... - Filmriss. Autsch. Jacky Jones heißt eigentlich Lola und hat alles nur geträumt. Der erste Tag in der neuen Schule steht bevor. Die Kleinfamilie ist gerade nach Hamburg gezogen, weil ihr brasilianischer Vater auf dem Dorf rassistischen Anfeindungen ausgesetzt war. Nun fangen sie von vorne an. Die Mutter (Julia Jentsch) als Krankenschwester, der Vater (Fernando Spengler) als Gastronom, Lola auf der Suche nach einer besten Freundin.
Isabel Abedis Kinderbuchserie um Lola ist bei Mädchen ein Renner. Kinderfilmproduzentin Uschi Reich ("Die wilden Hühner") hat die Stuttgarter Regisseurin Franziska Buch ("Emil und die Detektive") engagiert, und deren Verfilmung kann sich sehen lassen, ist verspielt und fantasievoll, mit überraschend frischen Gesangseinlagen, zwei überzeugenden Protagonistinnen und einer auch sonst akzeptablen Crew. "Hier kommt Lola" ist ein kurzweiliger Märchenfilm, der sich kaum an realistische Gegebenheiten halten mag und lieber an der schillernden Oberfläche bleibt - für die Zielgruppe sicher ein großer Spaß.
Eva Maria Schlosser
04.03.2010 - aktualisiert: 04.03.2010 13:24 Uhr