Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 08.03.2010

 

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Zwei gehen, einer überragt mit 31 Paraden

Handball Stefan Doll glänzt beim 29:25 gegen den TuS Helmlingen. Sascha Hartl und Pascal Kaufmann verlassen SVF. Von Markus Merz
 

Walter Hartmann, der Handball-Abteilungsleiter des SV Fellbach, konnte Stefan Doll am Samstagabend gar nicht oft genug loben. Immer wieder pries der Hallensprecher in der Zeppelinhalle den Schlussmann des SV Fellbach durch das Mikrofon. Mit Sätzen wie diesem: "Und schon wieder unüberwindbar, Stefan Doll." Oder jenem: "Einmal mehr ist es Stefan Doll mit einer tollen Parade." Doch auch ohne die begleitenden Wörter des Hallensprechers und Abteilungsleiters Walter Hartmann hätten die 200 Zuschauer in der Fellbacher Zeppelinhalle Stefan Dolls Leistung sicher entsprechend einzuschätzen gewusst. Denn was der 36-jährige Torhüter am Samstagabend in der Partie der Baden-Württemberg-Oberliga zeigte, versetzte kurzzeitig sogar das Schiedsrichtergespann Joachim Kling und Uwe Schäfer in Erstaunen. Und Fellbachs Trainer Harald Beilschmied staunte nach dem Spiel und dem 29:25-Erfolg gegen den TuS Helmlingen über die Zahl von 31 vereitelten Großchancen: "Ohne den Stefan wäre es sicher schwierig geworden, diese Partie zu gewinnen."



Diese Aussage des österreichischen Trainers mutet fast schon wie eine Untertreibung an, weist aber auf die erneuten Probleme im Fellbacher Angriff hin. Denn in der Offensive warfen Marcel Schilling und einige der anderen Fellbacher Akteure den Ball häufig überall hin, nur nicht ins Tor. So blieben die Gastgeber nach dem Treffer zum 13:8 durch den starken Lars Neuffer in der 23. Minute zwölf Minuten lang ohne eigenen Torerfolg. "Da haben wir den Faden komplett verloren", sagt Harald Beilschmied, der sich ansehen musste, wie der Fellbacher Fünf-Tore-Vorsprung allmählich kleiner wurde und sich sogar in eine an diesem Tag einmalige Führung (15:14) für den TuS Helmlingen verwandelte.



Dafür funktionierte über weite Strecken der Begegnung der Deckungsverbund des SVF um Joachim Neß und Julian de Boer, die den torgefährlichen Kreisläufer Sven Urban und seine Passgeber gut abschirmten. Erst als Harald Beilschmied den erkälteten und dadurch geschwächten Tobias Steigerwald für Joachim Neß ins Spiel brachte, wackelte der Abwehrblock. Ein Abwehrblock, der in der kommenden Saison so vielleicht nicht mehr zusammenspielen wird. Denn Julian de Boer hat sich hinsichtlich seiner sportlichen Zukunft noch immer nicht entschieden und dürfte nur schwerlich zu halten sein. Gar nicht mehr zu halten ist Sascha Hartl, der zur TS Göppingen in die Württemberg-Liga wechselt. Dorthin, wo in Christoph Molitor und Sebastian Stump bereits zwei ehemalige Fellbacher unter Vertrag stehen. Bereits jetzt nicht mehr zum SV Fellbach gehört Pascal Kaufmann, der erst vor der Saison als Zugang präsentiert wurde und dessen Vertrag nun aufgelöst worden ist. Er zieht in die Nähe von Göttingen, ist aber ohnehin keine Verstärkung gewesen.



Ganz anders Stefan Doll, der die Fellbacher Handballer am Samstag zum dritten Sieg in Folge und auf Platz neun in der Baden-Württemberg-Oberliga führte. "So langsam bekommen wir etwas Abstand zu den Abstiegsrängen", sagte Harald Beilschmied, dessen Mannschaft zum ersten Mal seit knapp einem Jahr mal wieder dreimal in Folge gewonnen hat und nun relativ entspannt zum nächsten Auswärtsspiel bei der SG Lauterstein (Samstag, 19.30 Uhr) fährt. "Mit den Siegen im Rücken geht einiges leichter. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass nichts von selbst funktioniert", sagte Harald Beilschmied. Stefan Doll hat das verinnerlicht.



SV Fellbach: Doll, Lehrmann - Neß (1), de Boer (6), Schilling (1), Hartl (2), Kelle, Marjanovic (9/2), Steigerwald, Schäfer, Neuffer (4), Coudoro (5/1), Miletic (1).
 

08.03.2010 - aktualisiert: 08.03.2010 06:06 Uhr

 

 



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