Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 11.03.2010
Auftrag Rache
Ein Rächer mit starrer Miene
Als seine einzige Tochter vor seinen Augen erschossen wird, nimmt der von Rache getriebene Vater, ein in die Jahre gekommener Mordinspektor, eigene Ermittlungen auf. Entgegen der Überzeugung seiner Kollegen, dass der Mordanschlag ihm selbst galt, kommt er bald einem Komplott auf die Spur, in das seine Tochter verwickelt war.
Mit versteinerter Miene mimt Mel Gibson den Racheengel in diesem Film, der auf einer US-Serie ("Die Plutonium-Affäre") basiert. Den trauernden Vater nimmt man ihm so nur schwerlich ab. Um die fehlenden Gefühle zu erzeugen, bemüht Regisseur Martin Campbell ("Casino Royale") daher immer wieder tränenreiche Erinnerungen des Papas an die kleine Tochter.
Auch sonst ist der Film sehr einfach gestrickt: Die Bösen sind als solche sofort erkennbar, die Handlung lässt sich schnell vorhersagen. Echte Spannung will da nicht aufkommen. Ungereimtheiten im Drehbuch (warum ist die Polizei davon überzeugt, dass der Anschlag ausschließlich dem Vater gelten konnte?) fallen da schon gar nicht mehr ins Gewicht.
Wolfram Hannemann
11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 10:06 Uhr