Suche nach Kinofilmen
 
 


Filmbeschreibung

Kino-Termine

Dieser Film läuft in folgenden Kinos

 

 

Vorschau ]

zurück


Drucken Versenden
Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 11.03.2010

Ajami

Die Gewaltspirale dreht sich

Weil er nicht enden will und unlösbar scheint, begegnen viele Europäer dem Nahostkonflikt inzwischen mit Indifferenz. Was die Streithähne im einst gelobten Land umtreibt? Zu kompliziert, zu weit weg. Kann ein Film helfen? Der arabische Christ Scandar Copti und der israelische Jude Yaron Shani zeigen in Episoden die Kollision Angehöriger verschiedener Bevölkerungs- und Religionsgruppen im Großraum Tel Aviv. Ein israelischer Polizist ist da versucht, Selbstjustiz zu üben, naive palästinensische Jungs in Finanznöten geraten in eine Drogengeschichte, obwohl ein christlich-arabischer Restaurantbesitzer sie freundlicherweise illegal beschäftigt, und dessen angepasster Koch mit israelischer Freundin muss lernen, dass Nichtjuden nicht dieselben Rechte haben.

Die Gewaltspirale dreht sich überall, und die Kamera ist immer sehr nah am Geschehen, was dem Film eine pseudodokumentarische Anmutung verleiht. Die Farbarmut der Bilder spiegelt symbolisch die Verwerfungen, ein geschicktes Spiel mit Zeitsprüngen enthüllt häppchenweise Verwicklungen und Verbindungen und sorgt bis zum Schluss für Nervenkitzel. Wirklich verstehen kann man den Nahen Osten auch nach diesem Film vielleicht nicht - aber man bekommt zumindest ein klareres Bild und ein Gefühl dafür, dass die Problemlage so vielschichtig ist wie die Menschen.
 

Bernd Haasis

11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 10:42 Uhr

 


Anzeigen
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise