Bei der Langen Nacht der Museen werden 28.000 Besucher erwartet
Stuttgart - Die Nacht ist gut für besondere Reize. Wenn es dunkel wird, ändert sich oft das Verhalten der Menschen. Da zieht es selbst jene, die im Hellen nie auf die Idee kämen, ein Museum zu betreten, in überfüllte Ausstellungen. Die Organisatoren des Stadtmagazins "Lift" rechnen für die 13. Auflage der beliebten Nacht mit 28.000 Besuchern.
Das Programm für Samstag meldet elf Neuzugänge. Wer sich für Motorsport begeistert, sollte einen Blick ins Mahle Inside werfen. Das Firmenmuseum des schwäbischen Unternehmens, das einen Großteil der Formel-1-Wagen mit Teilen versorgt, bleibt normalerweise der Öffentlichkeit verschlossen. Neu dabei ist auch das Römerkastell, in dem eine Sonderschau die Entwicklung des Areals dokumentiert. Für Krimifans öffnen die dortigen Studios der TV-Serie "Soko Stuttgart" ihre Pforten. Die Straßenbahnwelt Cannstatt sorgt neben ihrer Geschichte über den Stuttgarter Nahverkehr auch für musikalische Höhepunkte mit der A-capella-Band Füenf und der Backporch Stringband. Im Porsche-Museum wird die Ausstellung "60 Jahre Porsche in Zuffenhausen" eröffnet.
Auch die 3-D-Brille, seit "Avatar" kaum aus den Kinos wegzudenken, wird gebraucht. In der Kleinen Schalterhalle des Hauptbahnhofs steht eine Virtual-Reality-Installation bereit, bei der an großen Projektionswänden dreidimensionale Welten erzeugt werden. Natürlich haben auch traditionelle Einrichtungen ihren Platz bei der Museumsnacht. Dazu gehören die Bunker unter Wilhelms- und Marktplatz, vor denen erfahrungsgemäß die längsten Schlangen zu finden sind. Ebenso vertreten sind das Kunstmuseum Stuttgart, das Landesmuseum Württemberg und das Linden-Museum. In letztem gibt es zur Ausstellung "Südsee-Oasen" die passende musikalische Untermalung in Form einer Band, die ihre Instrumente selbst geschnitzt hat.
Bei dieser Veranstaltungsfülle könnte der ein oder andere Geheimtipp untergehen. So zum Beispiel das Hegel-Haus, in dem zwei Wortakrobaten mit "Froschkönig und Hexenhaus" Märchen der Gebrüder Grimm auf moderne Art verarbeiten. Ein nicht minder unterhaltsames Programm verspricht die Württembergische Landesbibliothek. Dort wird in der musikalisch begleiteten Lesung "Der Schwabe. Wie er wurde, wie er ist" auf humorvolle Weise erklärt, was den Schwaben so besonders macht. Was fürs Auge gibt es von der Galerie Schwefel, die auf der Dachterrasse des Tagblatt-Turms eine Video-Lounge einrichtet. Dort werden Installationen der Künstler Nezaket Ekici und Christoph Valentien zu sehen sein.
Wer fürchtet, den Überblick zu verlieren, der kann sich auch für eine der insgesamt zehn Touren entscheiden. In regelmäßigen Abständen starten Shuttle-Busse rund um den Karls- und Schlossplatz, mit denen man die einzelnen Gebiete und ihre Veranstaltungsorte abklappern kann. Lediglich für die Touren "Wein" und "Zuffenhausen" muss man die S-Bahn in Anspruch nehmen, um zu den Abfahrtspunkten zu gelangen.
Ein derart umfangreiches Programm muss gefeiert werden! Gelegenheiten dafür gibt es genug: ob in den Dinkelacker-Hallen bei der Party des Radiosenders Das Ding, zu elektronischer Musik im Mahle Inside, oder bis vier Uhr im Mercedes-Benz-Museum zur SWR-3-Dance-Night. Dort tritt auch die Kleine Tierschau auf.