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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 25.03.2010

Remember Me

Die Last der Familientragödien

Zwei junge Menschen treffen im New York des Jahres 2001 aufeinander, ohne sich wirklich richtig nahekommen zu können. Zu sehr plagen beide traumatische Erlebnisse: Tyler Hawkins (Robert Pattinson) hat sich nach dem Selbstmord seinen Bruders dessen Namen auf den Arm tätowieren lassen, ohne es sich dadurch leichter zu machen, mit der Tragödie fertigzuwerden. Alyssa Craig (Emilie de Ravin) hat als Elfjährige mitansehen müssen, wie ihre Mutter an einer U-Bahn-Station in Brooklyn erschossen wurde.

Diese verstörten Menschen werden nur wegen eines perfiden Plans, der eher in eine überdrehte Highschoolkomödie als in ein ambitioniertes Melodrama gepasst hätte, zu einem Liebespaar. Doch kaum scheinen die beiden die Last ihrer familiären Vergangenheit abgeschüttelt zu haben, droht schon das nächste traumatische Erlebnis.

Allen Coulter inszeniert sanft, zeigt die Stadt New York am liebsten von ihrer unspektakulären Seite und überlässt seine Hauptdarsteller häufig sich selbst. Emilie de Ravin (bekannt aus der Serie "Lost") kann mit dieser Freiheit mehr anfangen als Robert Pattinson, der in diesem Film versucht, der Rolle des Vampirs Edward in der "Twilight"-Saga zu entfliehen und sich als seriöser Darsteller zu etablieren. Obwohl zum "Remember Me"-Ensemble auch Pierce Brosnan und Chris Cooper zählen, fehlen Coulters Figuren Konturen und seiner Geschichte die Glaubwürdigkeit.
 

Gunther Reinhardt

25.03.2010 - aktualisiert: 25.03.2010 15:49 Uhr

 


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