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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 06.04.2010

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest

Jahrmarkt der Gewalttätigkeiten

Pflaster ist so hart wie das von New York - das möchte Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day") an der Geschichte dreier sehr unterschiedlicher Polizisten am Brennpunkt East Brooklyn vorführen, deren Episoden schicksalhaft zusammenlaufen: Streifencop Eddie (Richard Gere), der die Tage bis zur Rente absitzt, Tango (Don Cheadle), der sich als verdeckter Ermittler in einer Gang hochgearbeitet hat, und Sal (Ethan Hawke), der mit einem Spezialkommando den Drogenhandel bekämpft.

Man muss sich gar nicht am Vergleich mit der viel tiefgründigeren TV-Serie "The Wire" abarbeiten, um diesen Film nicht zu mögen. Um Versuchungen unterbezahlter Cops geht es da, deren Familien in schimmligen Buden krank werden, um all jene, denen niemand dankt, dass sie ihr Leben riskieren, um unterbelichtete Gewalttäter, die Mädchen in Kellern anketten. All das ist schlimm, unappetitlich und würdig, angeprangert zu werden - doch Fuqua tut es im Gestus eines Marktschreiers, der so nah an die Brutalitäten herangeht, dass er in den Verdacht gerät, sich darin zu suhlen.

Die exzellente Besetzung - Hawke, Cheadle und Gere glänzen ebenso wie Wesley Snipes als Drogenboss und Ellen Barkin als Polizistin für schmutzige Deals - verschärft das noch, sie reißt die Zuschauer mit in die Abgründe dieses zynischen Jahrmarkts der Gewalttätigkeiten, ohne dass daraus eine Erkenntnis erwachsen würde. Was bleibt, ist die reine Leere - von einem schlechten Gefühl vielleicht abgesehen.
 

Bernd Haasis

06.04.2010 - aktualisiert: 06.04.2010 12:44 Uhr

 


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