Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 06.05.2010
David Wants To Fly
Fliegen für den Welfrieden
Als Regie-Legende David Lynch sich öffentlich zur Transzendentalen Meditation (TM) bekennt, weckt dies das Interesse des Filmstudenten David Sieveking. Mit seiner Freundin Marie macht er sich auf den Weg in die USA, um sein Vorbild auf einem TM-Kongress zu treffen. Lynch versichert ihm, all seine Kreativität dem Guru und TM-Begründer Maharishi Mahesh Yogi zu verdanken. Sieveking findet im Selbsttest schnell heraus: Auch hier geht es nur ums liebe Geld. "Die Erleuchtung kann man sich ab einer Million Dollar kaufen", sagt ein Insider. Und sitzen wirklich Tausende von "Yogi-Fliegern" in hermetisch abgeriegelten Lagern und versuchen, im Schneidersitz zu fliegen und damit den Weltfrieden herbeizuführen?
Sieveking wagt einen Blick hinter die Kulissen und wandelt damit auf den Pfaden seines US-Kollegen Michael Moore. Wie dieser versteht auch er es vortrefflich, mit viel Witz und Ironie sein Thema äußerst unterhaltsam zu gestalten. Entstanden ist dabei eine faszinierende und sehr persönliche Dokumentation, die sich Fans von David Lynch besser nicht anschauen sollten.
Wolfram Hannemann
06.05.2010 - aktualisiert: 06.05.2010 11:15 Uhr