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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 02.06.2010

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Sex mit eigener Schöpfung

Ein Biogenetik-Forscherpaar kreiert heimlich eine Kreuzung zwischen Tier und Mensch. Das bizarre Wesen entwickelt sich zu einem Weiblein und wird von den Eheleuten zunehmend als deren eigene Tochter angesehen. Doch die in ihm lauernden animalischen Triebe stellen schon bald eine tödliche Gefahr dar.

Nach vielen Jahren Pause meldet sich Regisseur Vincenzo Natali ("Cube") wieder zurück und wandelt auf den Spuren des kanadischen Kult-Regisseurs David Cronenberg ("Die Fliege") - allerdings ohne je dessen nachhaltige Wirkung zu erreichen. Das Thema seines Films ist brisant, weil in der Realität bereits zum Greifen nah. Die Unachtsamkeit, mit der die Wissenschaftler im Film Genexperimente durchführen, wirkt jedoch aufgesetzt, und den Charakteren fehlt es an der notwendigen Tiefe, damit ein richtig fesselnder Film daraus würde.

Die visuellen Effekte indes lassen nichts zu wünschen übrig: Das geheimnisvolle Wesen, eine Mischung aus Kaninchen und menschlicher Sexbombe, wirkt absolut echt. Hin und wieder handelt sich der Film leider unfreiwillige Lacher ein - etwa, wenn das künstliche Wesen plötzlich engelsgleiche Flügel entwickelt oder wenn es zum Geschlechtsakt zwischen dem Forscher und seiner Schöpfung kommt. Letzteres allerdings dürfte ganz im Sinne eines Cronenberg sein.
 

Wolfram Hannemann

02.06.2010 - aktualisiert: 02.06.2010 14:29 Uhr

 


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