Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 02.06.2010
StreetDance 3D
Passion statt Perfektion
Blutleeres Ballett gegen Moves aus dem prallen Leben? Zugespitzt ist das die Story, in die die blonde Schönheit Carly (Nichola Burley) gerät. Ihr Freund Jay hat sie und ihre Streetdancer kurz vor der Meisterschaft sitzenlassen und ist zur vermeintlich besseren Truppe übergelaufen. Auf der Suche nach einem Raum landet Carly in einer Ballettschule. Lehrerin Helena, der Charlotte Rampling die bedingungslose Leidenschaft einer Tänzerin gibt, schlägt Carly einen Deal vor: Sie soll die Abschlussschüler in ihre Crew integrieren und bekommt dafür ein Dach überm Kopf. Dass etwas vom Feuer der Breaker auf ihre Ballettzöglinge überspringt, ist Helenas Hoffnung - die sich mit Turbulenzen und der unvermeidlichen Lovestory zwischen dem sanften Ballet-Boy und der schönen Breakerin auch erfüllt.
Dafür, dass "Street Dance 3D" ein Abfallprodukt der Casting-Show "Britain's Got Talent" ist, bietet der Film Charme, sympathische Charaktere, starke Tanzszenen - und beeindruckende Blicke auf London. Nur da bringt's der 3-D-Effekt; den Tänzern hätte man auch ohne Tiefensog zugeschaut. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Passion, und mit zu Tode choreografierten Streetdance-Szenen nimmt sich der Film hier selbst nicht ernst. Spontan improvisiert wirken die Moves am besten. Am Ende haben alle kapiert, das Andere als anders zu akzeptieren - nicht die schlechteste Botschaft.
Andrea Kachelriess
02.06.2010 - aktualisiert: 02.06.2010 15:23 Uhr