Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 08.07.2010
Predators
Nach und nach verschwinden sie
Ein bunt zusammengewürfelter Haufen Hartgesottener findet sich in einem fremden Dschungel wieder; niemand weiß, wie er dorthin kam. Schon bald muss die Truppe aus Söldnern, Elitesoldaten und Mördern erkennen, dass sie zum Freiwild für außerirdische Kreaturen auserkoren wurde.
Es bedarf schon eines gewissen Talents, um einen mit Horrorelementen angereicherten Science-Fiction-Film ohne jeglichen Spannungsaufbau zu inszenieren. Dabei ist der Strippenzieher hinter den Kulissen kein Geringerer als Robert Rodriguez ("From Dusk Till Dawn"), der hier als Produzent für Drehbuchentwurf, Spezialeffekte und Tonmischung verantwortlich zeichnet und in jeder Disziplin scheitert: Die Story hält eisern an dem alten Schema fest, einen Akteur nach dem anderen verschwinden zu lassen, die Effekte sehen aus wie Effekte, und der Ton entbehrt jeglicher für das Genre lebenswichtigen Dynamik.
Nicht ausgereizte Charaktere, die in einem zur Lachnummer geratenen Kurzauftritt Laurence Fishburnes gipfeln, runden die Langeweile ab. Da greift man lieber zu John McTiernans "Predator"-Original von 1987, das jüngst ungekürzt bereits ab 16 Jahren freigegeben wurde - was einen zum Grübeln bringt, warum denn der neue Film erst ab 18 konsumiert werden darf.
Wolfram Hannemann
08.07.2010 - aktualisiert: 08.07.2010 12:51 Uhr