Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 22.07.2010
Karate Kid
Kung-Fu in den Hinterhöfen Pekings
Diese Neuverfilmung eines Kultfilms der 1980er Jahre muss sich vor dem Original nicht verstecken
Die Geschichte des 16-jährigen Daniel, der in Kalifornien von einem chinesischen Hauswart in die Kampfsportart Karate eingeweiht wird, faszinierte in den 1980er Jahren eine ganze Generation jugendlicher Kinogänger. "Das Leben wirft uns zu Boden, aber wir entscheiden, ob wir wieder aufstehen", lautete die prägnante Botschaft, und sie hat sich in der Neuverfilmung nicht geändert. Jaden Smith spielt überzeugend den zwölfjährigen Dre, der mit seiner Mutter nach Peking zieht. In der Schule hat er Probleme, Anschluss zu finden. Als er sich mit der hübschen Mei Ying anfreundet, wird er von Schulmacho Cheng brutal zusammengeschlagen - und findet einen Hausmeister, der ihn in die Geheimnisse des Kung-Fu einweist.
Fast alles wie gehabt also, nahezu alle Handlungsstränge der populären Vorlage wurden übernommen. Nur manchmal variiert das Remake augenzwinkernd Details: Während im Original Hauswart Pat Morita mit viel Geduld versucht, eine lästige Fliege mit Essstäbchen zu schnappen, greift nun Jackie Chan nach zwei Fehlversuchen entnervt zur Fliegenklatsche. Dafür nimmt sich das Remake mehr Zeit für die faszinierende Umgebung, in der die Geschichte spielt. Die Entwicklung des unbedarften "Karate Kid" aus Detroit zum ernstzunehmenden Kung-Fu-Kämpfer wird von grandiosen Bildimpressionen begleitet, die von den Hinterhöfen Pekings über die verbotene Stadt zum Berg der Mysterien reichen. Hauptdarsteller Jaden Smith wird sicher das jüngere Publikum von heute ansprechen, und auch sonst muss sich die Neuverfilmung keinesfalls vor dem Original verstecken.
Klaus Friedrich
22.07.2010 - aktualisiert: 22.07.2010 11:32 Uhr