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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 12.08.2010

Das A-Team - Der Film

Menschen, Panzer, Explosionen

Die TV-Serien-Verfilmung "Das A-Team" kommt als leidlich unterhaltsamer Action-Quatsch daher
 

Irak, ein Lager der US-Armee: Der lässige Frauenheld Templeton "Face" Peck trifft eine Gruppe der privaten Sicherheitsfirma Blackforest (Blackwater lässt grüßen): "Na, seid ihr Jungs nicht unter der Woche damit beschäftigt, Diktaturen aufzubauen und Demokratien zu stürzen?" Antwort: "Das machen wir am Wochenende." Später im Film, Peck und seine drei A-Team-Kumpel stürzen aus einem Flugzeug Tausende Meter in die Tiefe, ohne Fallschirm, im Bauch eines Kampfpanzers. Teamchef Hannibal Smith manövriert das Stahlmonstrum mittels einiger Kanonenschüsse in einen See, kurz darauf rollen die vier gut gelaunt an Land. Logik, das ist klar, spielt keine große Rolle in diesem Film, coole Sprüche von der Art, wie sie sich pubertierende Jungs gerne in der großen Pause erzählen, dafür umso mehr.

Ein richtiger Straßenfeger war die 80er-Jahre-Actionserie "Das A-Team" ja nie, ihr Kultpotenzial ergab sich vor allem aus den Hauptfiguren - vier ziemlich schrägen und extrem coolen Söldnern, die freiberuflich gegen das Böse kämpfen. Folgerichtig hat sich Regisseur Joe Carnahan vor allem mit den Hauptdarstellern Mühe gegeben: Liam Neeson verkörpert - klar unterfordert, aber offensichtlich mit viel Spaß bei der Sache - den genialen Planer Hannibal Smith, und auch der professionelle Martial-Arts-Kämpfer Quinton "Rampage" Jackson als Irokesenschnitt tragendes Muskelpaket B.A. Baracus, Bradley Cooper ("Hangover") als Face sowie Sharlto Copley ("District 9") als durchgeknallter Pilot Murdock erweisen sich als gut funktionierende Besetzungen. Ein recht anarchistischer Haufen, entsprechend hört man auch mal die Sex Pistols im Soundtrack.

Und die Handlung? Schnell erzählt: Die vier gehören zu einer militärischen Spezialeinheit, werden nach einer Kommandoaktion im Irak (in der Serie war es Vietnam) zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt, kommen in den Knast, brechen aus, wollen ihre Unschuld beweisen und die wahren Bösewichte zur Strecke bringen. Das geht mit reichlich Explosionen und Geballer einher und kulminiert am Ende in einer völlig überdrehten Spezialeffekt-Orgie, in der Frachtcontainer wie Bauklötze durch die Luft wirbeln. Viel zu schnell geschnitten und unübersichtlich sind diese Szenen oft, wofür wiederum entschädigt, dass sich der Film nie allzu ernst nimmt - mehr als ein unterhaltsamer Action-Quatsch will er gar nicht sein, und das gelingt ihm ganz leidlich.
 

Oliver Stenzel

12.08.2010 - aktualisiert: 12.08.2010 10:44 Uhr

 


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