Artikel aus der Nord-Rundschau vom 13.08.2010

 

Drucken

Stadtrallye durch Stammheim: Nützliche Tipps vom Freund und Helfer

Stammheim. Polizei, Bücherei und Apotheke waren einige der Stationen, bei denen die Kinder Fragen lösen sollten. Von Leonie Hemminger
 

Wie viele Bäume stehen eigentlich auf dem Stammheimer Kirchplatz? Und was kostet es, einen Brief nach Afrika zu schicken? Fragen wie diese hatten am Dienstag die Kinder zu beantworten, die an der Stadtrallye des Stammheimer Kinder- und Jugendhauses teilgenommen haben. "Die Idee ist, dass die Kinder den Stadtteil besser kennen lernen", erklärte die Sozialpädagogin Justine Placzek. Außerdem sollten die Kinder durch das Spiel Orte aufsuchen, bei denen sie sonst womöglich eine Hemmschwelle von einem Besuch abhalte, wie beispielsweise die Bücherei, der Polizeiposten oder das Altenheim. Angeboten wurde das Spiel anlässlich des Ferienprogramms des Jugendhauses, das Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren ermöglicht, eine oder mehrere Wochen der Sommerferien tagsüber im Jugendhaus zu verbringen.



Pünktlich am Mittag war für die kleinen Rätselrater Aufbruch angesagt. Schnell die Trinkflasche aufgefüllt, ging es in Vierergruppen los. Melvin, Marco, Thomas und Axel bildeten die erste Gruppe, 15 Minuten später brachen die nächsten auf. 30 Fragen galt es zu beantworten. Die Mitarbeiter an den Stationen waren auf den Besuch vorbereitet. "Ich habe euch schon erwartet", empfing die Postmitarbeiterin die Gruppe. Den Preis für einen Brief nach Afrika hatte sie auch gleich parat: 1,70 Euro.



Nächster Stopp: Der Bio-Laden. Dort galt es herauszufinden, was ein Kilogramm Kartoffeln kostet. "Da müsst ihr drüben gucken, dort steht"s dran", lautete die Antwort der Verkäuferin, getreu dem Motto "Selbst ist der Rallyeteilnehmer". Doch leichter gesagt als getan. Wo waren denn die Kartoffeln? Tomaten, Gurken, Möhren, alles da, nur keine Erdäpfel. Nach langer Suche tauchten sie schließlich unter einem Jutesack auf, der die Kartoffeln vor Licht schützt. Der Kilopreis: 2,49 Euro. "Wer will, darf sich noch einen Apfel mitnehmen", war die Belohnung der Verkäuferin für so viel Mühe.



Als nächstes ging es weiter zum Schuhmacher. Wie der heißt, war die Frage. Michael Schmidt die Antwort. Doch der eigentliche Höhepunkt dieser Station war ein Terrarium in der Mitte des Raumes, in dem eine Schlange ihr Zuhause hat. So richtig wollte keiner der Jungs nun weiter, bis schließlich Thomas die anderen drängte: "Los, ich hab kein" Bock, von den Mädchen eingeholt zu werden."



Nach einem Besuch bei der Apotheke ging"s weiter zur Polizei. Wie viele Insassen sich im Stammheimer Gefängnis befinden, sollte erfragt werden. "Schätzt mal", forderte der Bezirksbeamte Peter Spiegel auf. 18 000? Oder 25? Falsch, 900 war die korrekte Antwort. Da Polizisten ja so viel wissen, vielleicht können sie dann auch gleich die nächste Frage lösen, nämlich wie viel eine Brezel bei der Bäckerei Bauer kostet? "60 Cent", kam die Antwort von Spiegel wie aus der Dienstpistole geschossen. "Ich habe nämlich erst heute eine dort gekauft." Also schnell weiter zur übernächsten Station - mit der guten Chance, die Mädchen nun doch noch abzuhängen.
 

13.08.2010 - aktualisiert: 13.08.2010 06:03 Uhr

 

 



Anzeigen
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise