Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 19.08.2010
Die Legende von Aang 3D
Nur die Schauplätze beeindrucken
Hölzern und ohne überzeugenden Spannungsbogen: M. Night Shyamalans "Die Legende von Aang"
Der Titel "Avatar" war schon an James Cameron vergeben. Für seine Realverfilmung der animierten TV-Serie "Avatar - Der Herr der Elemente" wählte M. Night Shyamalan deshalb den Namen "Die Legende von Aang". Was in den Zeichentrickfilmen für Kinder durchaus Charme hat, bleibt in der Adaption mit Schauspielern aber hölzern und ohne überzeugenden Spannungsbogen. Shyamalan, der vor zehn Jahren mit das Mystery-Genre mit seinem Thriller "The Sixth Sense" revolutionierte, bleibt als Regisseur glücklos.
Held von "Die Legende von Aang" ist der zwölfjährige Aang. Als neuer Avatar soll er die vier Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer im Gleichgewicht halten, die vier gänzlich unterschiedliche Nationen symbolisieren. Doch die Feuer-Nation hat einen brutalen Krieg gegen den Rest der Welt angezettelt. Alle Hoffnung ruht nun auf dem Avatar. Wo die Actionhelden in anderen Filmen Kampfszenen locker aus der Hüfte beherrschen, sieht man Noah Ringers Aang die meditative Konzentration und Anstrengung an, aus der mörderische Stürme und emporsteigende Wasserfontänen entstehen. Ob das aber mit der teuren 3-D-Technik noch toller aussieht, ist Geschmacksache.
"Die Legende von Aang" ist Auftakt einer Filmtrilogie, wie Shyamalan sagt. Beeindruckender als die vorhersehbare Geschichte sind die Schauplätze der spektakulären Kämpfe - die gigantischen und zugleich filigranen Gebäude der Metropole der Wasser-Nation im ewigen Eis zum Beispiel. Es sei ihm wichtig gewesen, auch an glaubhaften, realen Orten zu drehen, sagte Shyamalan über die Dreharbeiten in Grönland. Der Aufwand hat sich zumindest in einer Hinsicht gelohnt: Wenn dem Zuschauer schon nicht die etwas lahme Story im Gedächtnis bleibt, so zumindest die opulenten Kostüme und Szenenbilder.
Elke Vogel
19.08.2010 - aktualisiert: 19.08.2010 14:00 Uhr