Artikel aus der Nord-Rundschau vom 20.08.2010
Stammheim. An der Korntaler Straße heißt es: Bitte aussteigen, nicht einsteigen - oder umgekehrt. Da versteht so mancher nur Bahnhof.
Soweit die Theorie. Kommt nun aber der Mensch ins Spiel, wird es kompliziert: "Wir haben schon erlebt, dass wir an der Ankunftshaltestelle nicht einsteigen durften und vom Busfahrer an die Abfahrtshaltestelle verwiesen wurden", schildert ein verärgerter Stammheimer. Auch habe er schon erlebt "dass der Busfahrer uns an der Abfahrtshaltestelle nicht aussteigen lassen wollte, beziehungsweise dass Busfahrer an der Abfahrtshaltestelle Fahrgäste nicht zusteigen lassen wollten."
So viel zur Praxis. Seinen Unmut über derlei irre- und wenig zielführende Verfahrensweisen hat der Stehengelassene in einem Schreiben an den SSB-Kundenservice formuliert. Die Antwort der zuständigen SSB-Servicedame ließ nicht lange auf sich warten: "Alle Fahrgäste sollen an der Ankunftshaltestelle gebeten werden, auszusteigen, denn wenn der Fahrer den Bus verlassen muss, darf sich kein Fahrgast mehr im Bus befinden." Das hat zum einen versicherungstechnische Gründe, scheint aber schon aus Gründen der Vernunft nachvollziehbar: Schließlich könnte jemand Schabernack in einem herrenlosen Bus treiben.
Nicht unerwähnt lässt die SSB-Mitarbeiterin dass "alle Fahrgäste an der Abfahrtshaltestelle zusteigen dürfen". Das sollte so sein. Muss es aber nicht, glaubt man den Erfahrungen des Beschwerdeführers. Außerdem erklärt sie: "Ob Fahrer im Ausnahmefall an beiden Haltestellen den Ein- und Ausstieg zulassen, entscheiden diese vor Ort." Nun steht man unter umständen wieder da, abhängig von der Willkür des Chauffeurs. "Sollte ein Fahrer die Fahrgäste an der Abfahrtshaltestelle nicht zusteigen lassen, geben Sie uns bitte Bescheid und teilen uns das Datum und die Uhrzeit und die Fahrtrichtung mit, damit wir diesen dann ansprechen können." Diesen Appell der SSB sollte man sich merken - genauso wie die korrekte Haltestellenart. . . cl
20.08.2010 - aktualisiert: 20.08.2010 06:02 Uhr