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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 26.08.2010

Das Leben ist zu lang

Filmemacher in der Midlife-Crisis

Dani Levys nicht wirklich komische Komödie "Das Leben ist zu lang"
 

Die Kreativität ist im Eimer, die Sprösslinge finden ihn lächerlich, und die Ehefrau will "einen Mann und kein drittes Kind". Alfi Seliger, Filmemacher mit jüdischen Wurzeln, steckt in der Midlife-Crisis. Und das so tief, dass er sich gemäß dem Motto "Das Leben ist zu lang" aus demselben entfernen möchte.

Doch vorher wird noch die Branche abgebürstet: Der Antiheld beharrt auf cineastischer Qualität am Beispiel einer bösen Satire gegen die Mohammedkarikaturen, während sich die Produzenten-Gattin auf die Leinwand zu hieven versucht. Es darf, muss aber nicht gelacht werden. Denn Veronika Ferres' Bemühen, einen irgendwie slawischen Akzent komödiantisch zu verkaufen, ist eigentlich nur eine Anleitung zum Heulen. Und verwirrend wird es dann, wenn sich Regisseur Dani Levy ("Alles auf Zucker") in Film-im-Film-Szenen selbst ins Spiel bringt. Das Talent des 52-Jährigen zur Selbstironie hat ihn diesmal leider verlassen.
 

Brigitte Jähnigen

26.08.2010 - aktualisiert: 26.08.2010 10:44 Uhr

 


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