Artikel aus der Nord-Rundschau vom 04.09.2010
Stammheim. Nach Umbauarbeiten in der Johanneskirche soll der Klang der Glocken weicher und voller werden. Von Ina Franke
Neben den Jochen wurden auch die Schallläden am Kirchturm mit Hilfe einer mobilen Hebebühne von außen ausgetauscht. Bisher waren sie nach unten gerichtet, was dazu führte, dass der Klang der Glocken vor allem in unmittelbarer Nähe der Johanneskirche gut zu hören war. "Einige der Anwohner haben sich in der Vergangenheit über die Lautstärke beschwert", erzählt die Kirchenpflegerin Ursula Bluthardt. Auf Empfehlung des Glockensachverständigen der Landeskirche in Württemberg wurden die Schallläden nun nach oben ausgerichtet. "Der Klang wird so weiter getragen und ist dann auch noch in weiterer Ferne gut hörbar, dafür in unmittelbarer Nähe nicht mehr so intensiv."
Im Zuge der Arbeiten zeigte sich außerdem, dass auch die Kettenzüge der Glocken erneuert wurden mussten. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Umbauarbeiten auf zirka 30 000 Euro. Finanziert wurde dies durch Spenden aus der Stammheimer Kirchengemeinde.
Der Chor als ältester Teil der Johanneskirche stammt aus dem Jahre 1487 - so alt sind die Glocken freilich noch nicht: Nachdem die Kirche bis zum Anfang der Fünfziger Jahre immer baufälliger geworden war, wurde sie renoviert und erweitert. Eingeweiht wurden die vier Glocken schließlich im Jahr 1954. Seitdem erfüllt jede der Glocken eine besondere Funktion: Die größte und schwerste der vier, Matthäus mit 1360 Kilogramm, läutet zum Sonntag. Die sogenannte Betglocke, benannt nach Markus, läutet den Abend ein. Am häufigsten ist die Zeichenglocke, Lukas, zu hören: Sie wird jede Viertelstunde angeschlagen. Die kleinste der Glocken hat ihren Namen traditionell von Johannes, dem Patron der Kirche, bekommen. Sie kommt bei Taufen zum Einsatz.
Schweigen werden die Glocken voraussichtlich noch bis nächste Woche. Pfarrer Gruber: "Wir freuen uns und sind schon sehr gespannt auf den neuen Klang."
04.09.2010 - aktualisiert: 04.09.2010 06:03 Uhr
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