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Museumsarchitektur

Über die Kunst, Kunst zu lagern

Stuttgart - Einmal ein Museum zu planen oder zu bauen - für viele Architekten ist das die höchste Weihe in ihrem Berufsleben. Denn diese Aufträge sind nicht nur äußerst lukrativ, sondern versprechen auch ein großes Renommee. Professor Uwe R. Brückner kennt die Szene. In seinem Atelier in der Krefelder Straße in Stuttgart brüten Tag für Tag über 70 Mitarbeiter über neuen Ideen, wie Kunst und Objekte angemessen präsentiert werden können. Die Landesausstellung "Saurier - Erfolgsmodelle der Evolution" im Naturkundemuseum in der Landeshauptstadt wurde von ihm gestaltet, und auch die Ausstellung im Haus der Geschichte trägt seine Handschrift.

Immer mehr firmeneigene Museen

Die Kunst, Kunst zu lagern, hänge zunächst einmal von den Besitzern selbst ab, erklärt Brückner. Sein Ansatz: Hobbynutzer sehen die Kunstwerke in erster Linie als Verschönerung für das Büro oder das eigene Haus. Kommerzielle Nutzer hingegen sammeln Kunst gezielt und überlegen sich zugleich genau, wie die einzelnen Objekte später präsentiert werden könnten. Spätestens, wenn eine Sammlung eine gewisse Größe erreicht hat, kommt das eigene Museum ins Spiel. Das sei bei Duravit im Schwarzwald oder bei der Sammlung Ritter in Waldenbuch so gewesen, erinnert sich Brückner. "Mittlerweile gibt es einen regelrechten Boom an neuen Firmenmuseen, die auf diesen Zug aufgesprungen sind", erläutert der Architekt. Das ist dann auch aus konservatorischer Sicht interessant. "Wie müssen die Exponate entsprechend ihrer Bedürfnisse präsentiert werden? Reicht ein Schaulager, oder muss es gleich ein komplettes Museum sein?" Für Architekten ist die Planung eines Museums eine ganz besondere Herausforderung. Allerdings würden sich 90 Prozent der Planer zu sehr auf die Außenwirkung ihres Objektes konzentrieren. "Das sei für ein Museum nicht wirklich dienlich", stellt Brückner in den Raum. Ein gutes Gegenbeispiel sei das Museum Folkwang in Essen. Hier sei den Architekten eine klassische kubische Architektur gelungen, in der die Kunst wirken kann, während sich das Guggenheim Museum in Bilbao selbst ausstelle. "Je einfacher die Räume in einem Museum sind, umso leichter seien sie zu bespielen."

Darunter versteht Uwe R. Brückner die Möglichkeiten, wie Kunst in den jeweiligen Räumen präsentiert werden kann. "Je mehr sich das Gebäude dabei selbst zurücknimmt, umso besser." Deshalb müssen diese Gebäude aber keine langweiligen Architekturen sein. Viele interessante Museen seien sogenannte Hybride, bei denen sich hinter interessanten Fassaden nüchterne Kunstsammelstätten befänden, erläutert der Professor.

Am Anfang seiner Arbeit steht meist ein Konzept oder manchmal sogar ein ganzes Drehbuch. Darin wird festgehalten, wie sich die Kuratoren die Präsentationen vorstellen, wo eventuell Kunstgegenstände zusammengefasst werden sollen oder wie der Besucher geführt werden muss.
 

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