Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 10.03.2011
Der Plan
Wenn der Zufall Schicksal spielt
Die Verfilmung einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick stellt erneut die großen Fragen des Lebens
Gerade als der charismatische Jungpolitiker David Norris (Matt Damon) die Rede zu seiner Wahlniederlage einstudiert, lernt er Elise Sellas (Emily Blunt) kennen und verliebt sich. Das Glück dauert nur einen Moment, und schon ist die schöne Frau verschwunden. Nur durch Zufall trifft er sie wieder. Doch das bevorstehende Date kommt nicht zustande: Geheimnisvolle, in Anzug, Krawatte und Hut gekleidete Männer entführen ihn.
Aus einer Parallelwelt kommend eröffnen sie ihm, dass er den für ihn vorgesehenen Plan durcheinanderbringt. Er darf Elise nie wieder sehen, sonst wird sein Gedächtnis gelöscht. Doch David kann sie nicht vergessen. Haben wir unser Schicksal selbst in der Hand, oder ist alles nur Zufall?
Aus einer Vorlage Philip K. Dicks entwickelt George Nolfi eine packende Mischung aus Science-Fiction, Thriller und Romanze, die mit viel Symbolik arbeitet. Die ernsten Herren aus der Parallelwelt sind das, was man gemeinhin unter Schicksal versteht, und ihr Vorsitzender könnte auch Gott heißen. Er war es auch, der eine Spezialabteilung zur Korrektur von Planabweichungen eingerichtet hat. Denn immer wieder pfuschen Zufälle in die detailiert vorgezeichneten Pläne seines Unternehmens.
Der sich vor grandioser New Yorker Kulisse entfaltende Film wartet mit verblüffenden visuellen Effekten auf. Diese verbinden weit entfernte Orte durch geheime Türen miteinander, verkommen aber nie zu reinem Selbstzweck, sondern werden geschickt zur Spannungssteigerung eingesetzt. Nicht zuletzt dank sympathischer Darsteller und einfühlsamer Filmmusik (Thomas Newman) gelingt es, die Botschaft des Films überzeugend zu vermitteln: Nimm das Schicksal selbst in die Hand, und kämpfe für deine große Liebe - es lohnt sich!
Wolfram Hannemann
10.03.2011 - aktualisiert: 10.03.2011 11:05 Uhr