Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 17.03.2011
Ich bin Nummer vier
Amouröse Aliens
Michael Bay scheint auf den "Twilight"-Zug aufspringen zu wollen
Äußerlich ist er von einem Menschen nicht zu unterscheiden, doch hinter dem sympathischen Teenager John Smith (Alex Pettyfer) verbirgt sich ein Außerirdischer namens Nummer 4. Auf der Flucht vor Invasoren, die seinen Heimatplaneten unterjocht haben, hat er zusammen mit anderen Aliens auf der Erde Unterschlupf gefunden. Doch die Jäger sind ihnen gefolgt und dezimieren sie nun einen nach dem anderen. Als Schüler getarnt taucht John in einer Highschool unter. Bald schon verliebt er sich in seine Mitschülerin Sarah (Dianna Agron) und läuft Gefahr, seine Tarnung zu verlieren.
Michael Bay, der als Regisseur "Armageddon - Das jüngste Gericht" (1998) und "Transformers" (2007) gedreht hat, aber auch die US-Hochglanz-Propagandaproduktion "Pearl Harbor" (2001), fungierte bei diesem Science-Fiction-Spektakel als Produzent. Und man wird den Eindruck nicht los, als wolle er auf den "Twilight"-Zug aufspringen, denn die Konstellation der Hauptcharaktere zueinander ist verblüffend ähnlich.
Waren es dort Vampire und Werwölfe mit Superkräften, die sich mit menschlichen Teenagern amourös einließen, so sind es jetzt eben Aliens mit magischen Kräften. Der vollkommen unterbelichtet aufgenommene Film (was möchte man kaschieren?) ist nur ein lauer Aufguss und langweilt von Anfang an.
Die Action wie die visuellen Effekte bieten nichts Neues, sondern vertraute Stangenware: Die außerirdischen Verfolger sind böse Skinheads mit tätowierten Köpfen und langen, schwarzen Walle-Mänteln, in einer Szene bewegt sich das Alien-Mädchen ganz cool mit Sonnenbrille von einem Haus weg und verzieht keine Miene, als es dann hinter ihr in die Luft fliegt. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass Fortsetzungen zu befürchten sind.
Wolfram Hannemann
17.03.2011 - aktualisiert: 17.03.2011 11:13 Uhr