Artikel aus der Filder Zeitung vom 29.03.2011
Bonlanden. 3-D-Methode erleichtert Ermittlungen. Das Hasenheim soll von heute an wieder geöffnet haben. Von Natalie Kanter
Horst Haug, Pressesprecher des Landeskriminalamtes, erklärt dazu: "Bei Tötungsdelikten arbeiten wir seit vier, fünf Jahren mit dieser Methode." Beamte scannen den Tatort dreidimensional ab, damit die Ermittler diesen später aus verschiedenen Blickwinkeln am Computer betrachten können. "So können sie besser nachvollziehen, ob die Angaben des Tatverdächtigen stimmen oder nicht", erklärt Haug.
Die Putzfrau des Hasenheimes wurde am Samstagvormittag in der Gaststätte leblos und blutüberströmt gefunden (im Mantelteil dieser Zeitung wurde darüber bereits berichtet). "Die Frau wurde erschlagen", sagte Christine Menyhart von der Pressestelle der Esslinger Polizei gestern. Das sei mittlerweile klar. Wie genau, müsse aber noch geklärt werden. Ein Bekannter der Frau hatte vor einem Haftrichter gestanden, die 48-Jährige umgebracht zu haben. Der 53-Jährige wurde gestern intensiv vernommen. Die Gespräche sollen laut Menyhart auch heute noch fortgesetzt werden. Das Tatmotiv sei noch offen, genauso wie die Frage, ob der Mann mit der Witwe und Mutter zweier Kinder ein Verhältnis hatte. Nach der Kleidung des Täters wird weiterhin gesucht.
Gerüchten nach soll der Verdächtige widersprüchliche Angaben zum Tathergang machen, also bei jeder Befragung etwas anderes erzählen. Menyhart bestätigt dies jedoch nicht. Der Leichnam der Putzfrau wurde gestern obduziert. Ergebnisse sollen am Ende der Woche vorliegen.
Uli Böpple, Inhaber des Hasenheims, kann die Ereignisse noch gar nicht richtig fassen. "Ich muss das erst einmal verdauen", sagt er. Und: "Das ist wirklich sehr tragisch." Schließlich hinterlasse die Frau zwei Söhne. Sie sei sehr zuverlässig gewesen. "Wir trauern um unsere langjährige Mitarbeiterin", ist im Internet auf der Seite der Gaststätte zu lesen. "Sie wurde durch ein schreckliches Verbrechen aus dem Leben gerissen. Unser Mitgefühl gilt der Familie", heißt es weiter.
Groß zum Nachdenken ist der Geschäftsmann seit Samstagvormittag aber nicht gekommen. "Hier ist der Teufel los", sagt er. Das Telefon stehe kaum noch still. Journalisten stehen Schlange. Radioteams und die Presse wollen ihn interviewen. Zudem sei er der Polizei behilflich, wo er nur kann. "Wir hatten jetzt drei Tage geschlossen", ergänzt Böpple. Den Gästen, die am Wochenende einen Tisch reserviert hatten, hat er telefonisch abgesagt. Die meisten hatten von dem Todesfall bereits gehört und reagierten verständnisvoll.
Von heute an soll die Gaststätte wieder geöffnet haben- wenn bis dahin die Ermittlungen vor Ort abgeschlossen sind.
29.03.2011 - aktualisiert: 29.03.2011 06:03 Uhr