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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 21.04.2011

Brighton Rock

Filmmusik außer Kontrolle

England 1964: Nicht nur rivalisierende Mods und Rocker lassen das Seebad Brighton zu einem Schmelztiegel der Gewalt werden, sondern auch Bandenkriege im Gangstermilieu. Dort möchte der aufstrebende Pinkie den Tod seines Freundes rächen. Um an ein zufällig entstandenes Foto heranzukommen, das ihn und seine Gang entlarven könnte, muss er sich an die naive Kellnerin Rose heranmachen, und die schwebt schon bald in höchster Gefahr.

Für seinen Debütfilm adaptierte Regisseur Rowan Joffe einen Roman von Graham Greene und transportierte die Handlung aus den 1940er in die 1960er Jahre. Entstanden ist dabei ein Film Noir, wie er düsterer nicht sein könnte. Zu verdanken ist dies nicht nur den exzellenten Darstellern, sondern vor allem auch der Kameraarbeit von John Mathieson. Seine Bilderwelten mit oft ungewöhnlichen Perspektiven und Farben schaffen eine brutale und depressive Grundstimmung. Völlig übertrieben wirkt dagegen die viel zu bombastische Orchestermusik von Martin Phipps, die hohe Erwartungen weckt und den Film fast aus dem Gleichgewicht zu bringen droht. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
 

Wolfram Hannemann

21.04.2011 - aktualisiert: 21.04.2011 10:24 Uhr

 


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