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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 06.05.2011

 

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Neue Hoffnung für die Stadtbahn

Kreis Ludwigsburg Ein Gutachten belegt den positiven Kosten-Nutzen-Faktor der geplanten Trasse zwischen Markgröningen und Pattonville. Die Chancen auf eine Umsetzung des Konzepts sind damit gestiegen, doch es bleiben zahlreiche Hürden. Von Tim Höhn
 

Seit Jahren wird über den Ausbau des Stadtbahnnetzes im Kreis Ludwigsburg diskutiert, um die verstopften Straßen von Autoverkehr zu entlasten, auf jeden Fortschritt folgte stets ein Rückschlag. Jetzt rückt die Realisierung der Pläne zwischen Markgröningen und Pattonville erstmals in greifbare Nähe.



Es ist eine simple Zahl, die dem Gesamtprojekt zum Durchbruch verhelfen könnte. Vor Monaten haben der Landkreis Ludwigsburg, der Verband Region Stuttgart und mehrere Kommunen ein Gutachten zu den Kosten und zum Nutzen der Strecke in Auftrag gegeben. Gestern ist das Ergebnis, das offiziell im Juni vorgestellt werden soll, durchgesickert. Nach Angaben der Ludwigsburger Stadtverwaltung erhält die rund 28 Kilometer lange Trasse den Kosten-Nutzen-Faktor 1,1 - und überspringt damit den magischen Wert von 1,0. Ab dieser Größe gelten Schienenprojekte als grundsätzlich förderfähig. Heißt: es gibt Geld vom Land und vom Bund.



In einer früheren Untersuchungen erzielte das Stadtbahn-Konzept lediglich eine 0,6. Seither wurden die Pläne abgespeckt und modifiziert, auf Streckenäste nach Schwieberdingen und Waiblingen soll vorerst verzichtet werden. Die Kosten für die Umsetzung des aktuellen Entwurfs liegen bei rund 200 Millionen Euro, 85 Prozent der Trasse sollen auf Ludwigsburger Gemarkung verlaufen. "Intern wird das Projekt inzwischen nur noch Ludwigsburger Stadtbahn genannt", sagt Baubürgermeister Hans Schmid.



Die Gefahr weiterer Rückschläge ist indes nicht gebannt. Zunächst muss das Gutachten in einer so genannten standardisierten Bewertung bestätigt werden. Der Kreis, der Regionalverband und die beteiligten Kommunen Markgröningen, Ludwigsburg, Remseck und Möglingen müssen entscheiden, ob sie die bis zu 200 000 Euro teure Studie in Auftrag geben wollen - die Chancen sind mit dem positiven Ergebnis des Gutachtens deutlich gestiegen. Bis Herbst, schätzt Schmid, könnte der notwendige Beschluss gefällt werden.



Wenn die Deutsche Bahn dem Ganzen nicht vorher einen dicken Strich durch die Rechnung macht. Vorgesehen ist, dass die Stadtbahn hinter Markgröningen zunächst ein 8,5 Kilometer langes ehemaliges Industriegleis nutzt und kurz vor Ludwigsburg auf die Schienen der Deutschen Bahn ausweicht. Was insofern problematisch ist, weil dort auch Regionalzüge unterwegs sind. "Wir hoffen, dass die Deutsche Bahn bald grünes Licht gibt", sagt Schmid. Ein Plan B existiert aber offenbar nicht.



Wenn alles glatt geht, fährt die Stadtbahn dann weiter bis Pattonville - und könnte dort mit der U-Bahn-Linie 14 verknüpft werden. Die nämlich soll von Aldingen ebenfalls bis nach Pattonville verlängert werden. Am Montag stellen Experten der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) vor Ort mögliche Varianten vor.



"Wir wären bereit, diese Trasse zu entwickeln, wenn sie sich rechnet", sagt Roland Krause, der Leiter des Fachbereichs Produktplanung der SSB. Ob sie sich rechnet, muss wiederum eine standardisierte Bewertung zeigen, für Voraussagen sei es noch zu früh, sagt Krause. Es betreffe vor allem die Stadt Remseck, die das Vorhaben vorantreibt, damit der Stadtteil Pattonville mit seinen 7000 Einwohnern ans Schienennetz angebunden wird. In Ludwigsburg sah man dieses Teilstück lange kritisch: aus Sorge, die U-14-Verlängerung schmälere die Chance auf den Bau der Trasse zwischen Markgröningen und Pattonville. Kreis-Verkehrsdezernent Jürgen Vogt indes versichert, dass es sich nicht um "Konkurrenzprojekte handle". Auch der Remsecker Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger betont, dass seine Stadt in dieser Frage keine Alleingänge machen werde. Er gehe davon aus, dass sich beide Konzepte ergänzten.
 

06.05.2011 - aktualisiert: 06.05.2011 06:04 Uhr

 

 




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