Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 16.06.2011
Eine Insel namens Udo
Der Unsichtbare und die Liebe
Der kauzige Udo (Kurt Krömer) hat ein solch unscheinbares Äußeres, dass ihn niemand bewusst wahrnimmt. Sein chamäleonhaftes Auftreten ist seiner Arbeit als Kaufhausdetektiv äußerst förderlich. Obendrein hat er sich im Kaufhaus auch gleich häuslich niedergelassen - es sieht ihn ja keiner. Eines Tages jedoch passiert das Unglaubliche: Jasmin (Fritz Haberlandt) nimmt ihn wahr. Zwei Seelenverwandte scheinen sich gefunden zu haben. Doch so einfach ist das mit der Liebe dann doch nicht.
Markus Sehr liefert mit seinem Film eine nette kleine Komödie mit sympathischen Darstellern ab, die das Anderssein und den Umgang damit thematisiert. Da gibt es hübsche Episoden wie jene, in der die Protagonisten ihr erstes Date in einem Restaurant haben und der Kellner nur Jasmin registriert, nicht aber Udo. Leider hat sich die Grundidee des Films schnell erschöpft und wird auch nicht weiterentwickelt. Der Film tritt auf der Stelle. Aus ihm hätte ein richtig guter Kurzfilm werden können, hätte man ihn nicht auf Spielfilmlänge ausgedehnt.
Wolfram Hannemann
16.06.2011 - aktualisiert: 16.06.2011 10:14 Uhr