Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 11.07.2011
Der Zoowärter
Tierisches Gebalze
Zootiere beraten ihren an Liebeskummer leidenden Pfleger, wie er bei seiner Angebeteten landen kann
Von seinen Tieren wird er heiß und innig geliebt, nicht aber von seiner Traumfrau Stephanie. Der korpulente, aber gutmütige und liebenswerte Griffin arbeitet als Zoowärter. Von dem Korb, den ihm seine angebetete Schöne gegeben hat, scheint er sich gar nicht erholen zu wollen. Tagein, tagaus leiert er seinen Klagemonolog herunter, während er sich liebevoll um seine Vierbeiner kümmert. Und denen platzt eines Tages der Kragen: Sie können sein wehleidiges Klagen einfach nicht länger ertragen!
Die tierische Gemeinschaft beschließt, Griffin zu helfen, und fängt an, sich mit ihm zu unterhalten. Nach anfänglicher Panik angesichts der sprechenden Tiere lässt Griffin sich von Löwe und Co. in die intimen Balzgeheimnisse einweihen, die unbedingten Erfolg versprechen.
Plappernde Tiere sind wahrhaftig nichts Neues im US-amerikanischen Unterhaltungsfilm. Und es gibt durchaus geglückte Beispiele ("G-Force"), zu denen der vorliegende Film nicht unbedingt zählt. Es sei denn, man findet es witzig, wenn Griffin anfängt, Duftmarken zu setzen oder sein Gehänge in Position zu bringen. Wirklich lustig ist eine Szene, in der Zoowärter und Gorillamännchen gemeinsam in einem Fast-Food-Restaurant abhängen und für ordentlich Verwirrung sorgen. Solche netten Einfälle sind leider Mangelware in diesem Film, der zudem noch sehr vorhersehbar ist.
Den besten Gag werden vermutlich ohnehin nur die allerwenigsten Kinogänger zu Gesicht bekommen, da sich die Filmemacher diesen für den Abspann ihres Streifens aufgehoben haben. Wer also lachen möchte, braucht Sitzfleisch und sollte bis ganz zum Schluss im Kinosessel ausharren.
Wolfram Hannemann
11.07.2011 - aktualisiert: 11.07.2011 10:27 Uhr