Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 18.08.2011
Filmkritik
Crazy, Stupid, Love
Als seine Frau Emily aus heiterem Himmel die Scheidung verlangt, bricht für Cal die Welt zusammen. Fortan hängt der in Selbstmitleid zerfließende Familienvater Nacht für Nacht Cocktails schlürfend in einer Bar ab. Der bei der Damenwelt äußerst erfolgreiche Jacob hat Erbarmen mit dem Häufchen Elend und gibt Cal einen Crash-Kurs in Sachen Frauen aufreißen. Mit neuem Outfit und selbstsicherem Auftreten stellen sich alsbald erste Erfolge ein. Das wiederum weckt auch bei Emily wieder Interesse. Mit gut gewähltem Ensemble und einfallsreichem Drehbuch (Dan Fogelman, "Rapunzel") haben Glenn Ficarra und John Requa ein perfektes "Date Movie" geschaffen. Hier ist Humor Trumpf und darf sogar sexy sein, ohne sich in obszönen Peinlichkeiten zu verlieren. Selbst der Klassiker (Cals 13-jähriger Sprössling ist in seine 17-jährige Babysitterin verliebt und die wiederum in Cal) stört nicht. Neben Steve Carell, der die Wandlung vom Verlierer zum Macho perfekt verkörpert, sind es vor allem die Nebendarsteller, die überzeugen: Kevin Bacon als Emilys Seitensprung, Jonah Bobo als liebeskranker Sohn und Analeigh Tipton als Teenager in Liebesnöten.
Wolfram Hannemann
18.08.2011 - aktualisiert: 18.08.2011 11:00 Uhr