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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 08.09.2011

Conan 3D

So wenig braucht ein Barbar

In einem finsteren Zeitalter sieht der junge Conan hilflos mit an, wie sein Vater von einem Tyrannen getötet wird. Jahre später sucht er Rache. "Ich lebe, ich liebe, ich töte. Und das ist mir genug!", philosophiert Conan gegenüber seiner Auserwählten, bevor er unmittelbar zum Geschlechtsakt übergeht, und dieser Satz sagt alles: Keinen Humor hat, wer hier nicht lacht!

Dabei ist Witz keinesfalls die erklärte Absicht dieser Neuauflage des Schwarzenegger-Klassikers von 1982. Da werden Nasen und Köpfe abgeschlagen, Menschen als Wurfgeschosse verwendet, kübelweise Blut verkleckert. "Das ist mir genug", da dürfte die Zielklientel zustimmend nicken. Eine Entwicklung der Charaktere oder gar der Story darf man inmitten solcher Barbarei nicht erwarten, die Eindimensionalität kann auch die 3-D-Technik nicht kaschieren. Zudem ist der Film mit einer nervtötenden, brachialen Musiksuppe übergossen, und man denkt wehmütig an die grandiose Filmmusik von Basil Poledouris im Original.

Zur Ehrenrettung des deutschen Regisseurs Marcus Nispel, der sich in Hollywood einen Namen als Remake-Regisseur gemacht hat, sei erwähnt, dass zwei Sequenzen gelungen sind: Sowohl Conans Kampf gegen Krieger aus Sand wie auch gegen eine Riesenkrake verblüffen durch starke Effekte.
 

Wolfram Hannemann

08.09.2011 - aktualisiert: 08.09.2011 10:58 Uhr

 


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