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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 25.10.2011

 

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Das Mädchen für alles gehört inzwischen zum Schulalltag

Kornwestheim Im Lerntagebuch namens Theonicer dokumentieren die Realschüler ihren Schulalltag. Von Stefanie Köhler
 

Eine Sache trägt jeder Schüler der Theodor-Heuss-Realschule immer bei sich. Sie ist DIN-A-5 groß, enthält Informationen wie den Stundenplan, einen Kalender, das Leitbild der Schule, Merkblätter für Eltern, eine persönliche Notenübersicht und Platz für die Wochenübersicht der Hausaufgaben und heißt Theonicer. Man kann auch Schulplaner oder Lerntagebuch dazu sagen.



Im Schulplaner wird sogar vermerkt, wenn Schüler sich verspäten. Jede Woche müssen die Eltern nicht nur unter die Verspätungen ihre Unterschrift setzen, sondern auch, wenn ihr Kind nachsitzen musste oder eine Prüfung verpasst hat. Zu den Elternabenden bringen sie das Buch ebenso mit wie zu Gesprächen mit Lehrern.



Der Zehntklässler Lukas Zobel nennt das Buch trotzdem liebevoll Mädchen für alles. "Ein Hausaufgabenheft brauche ich sowieso, und in dem Schulplaner habe ich alles in einem." Seine Mitschülerin Selina Piller sagt: "Gerade vor Weihnachten schreiben wir viele Prüfungen. Durch den Terminplaner behalte ich den Überblick."Die beiden nehmen es gelassen, dass ihre Eltern sich in ihrem Schulalltag bestens auskennen. Am Anfang hätten sie sich aber schon schwer getan, den Planer aktuell zu halten. Irgendwann ist das Routine geworden, sagt Lukas.



Den Theonicer hat Schulleiter Dietmar Dekrell vor fünf Jahren eingeführt. Er sei zusammen mit den Schülern und Eltern entstanden und ständig verbessert worden. Die tägliche Pflege des Planers soll den Schülern dabei helfen, ihre Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und Zuverlässigkeit zu stärken. Für Schüler sei es wichtiger denn je, sich organisieren zu können. "Das müssen sie heute so gut können wie ein Student im zweiten Semester." Als Beispiel nennt er die Kompetenzprüfung. Immer drei Schüler wählen in Klasse neun ein Thema aus. Das bereiten sie in der zehnten Klasse für die Abschlussprüfung als 30 Minuten lange Präsentation vor. Danach muss die Gruppe Fachfragen beantworten.



Auch Eltern und Lehrer schätzen den Schulplaner. Obwohl Fünftklässler und ihre Eltern anfangs unsicher und überfordert seien. Sobald sie sich daran gewöhnt haben, klappe der Umgang sehr gut, sagt Marion Hartmann, die Vorsitzende des Elternbeirats. Besonders gut gefällt ihr, dass die Schüler in jedem Fach ihre Ziel- und Endnoten gegenüberstellen. "Sie müssen sich mit den Noten auseinander setzen und erkennen, was sie tatsächlich erreichen." Marc Römhild gehört zu den Lehrern, die den Planer selbst nutzen und mit jedem seiner Schüler über Ziel- und Endnoten spricht.



Nur eine Sache stört Selina und Lukas: Dass auch Zehntklässler die Unterschrift der Eltern benötigen. Doch dabei wird es bleiben. Eine Endkontrolle muss sein, sagt Dekrell. Wie gelangen die Leistungsnachweise sonst zu den Eltern?



Sechs Euro kostet der Schulplaner. Die Schüler kriegen ihn umsonst. Die Kreissparkasse Ludwigsburg, mit der die Schule eine Bildungspartnerschaft geschlossen hat, zahlt ein Drittel der Kosten. Der Rest stammt aus dem Schuletat.
 

25.10.2011 - aktualisiert: 25.10.2011 06:07 Uhr

 

 




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