Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 25.10.2011
Kornwestheim Theodor-HeussRealschüler haben die Stadt von Müll befreit. Von Stefanie Köhler
An leere Flaschen, Verpackungen und Taschentücher haben Caroline, Secil, Tamara und Marielle gedacht. Auch an Kühlschränke, Herde und Reifen, Gegenstände, die in den vergangenen Jahren immer wieder in der Natur entsorgt wurden. Nicht aber an ein lebloses Tier, das im Freizeitpark auf dem Boden liegt. "Igitt", kreischten die Mädchen, "was machen wir denn jetzt mit der?" Die Antwort folgte prompt. "Aufsammeln", erwiderte Miriam Weiß. Nach dem anfänglichen Ekel erbarmte sich ein Mädchen und warf mit der Zange das Tier in die Tüte.
Weiß hat zusammen mit ihrem Kollegen Robert Schremmer dafür gesorgt, dass die Acht- und Neuntklässler eine zusätzliche Markungsputzete in Kornwestheim übernehmen. Für gewöhnlich befreien die örtlichen Vereine die Stadt jedes Jahr im Februar vom Müll am Straßenrand und auf den Grünflächen. Drei bis fünf Tonnen kommen dabei immer zusammen.
Und so liefen am Montag fast 200 Jugendliche von 8 Uhr an durch Kornwestheim, eingeteilt in 19 Gruppen, und hielten Ausschau nach Abfall. Mit grünen Müllsäcken, mit Gummihandschuhen und Zangen.
Ihre Motivation war hoch, schließlich wurden die jungen Leute für ihre Arbeit belohnt. Sie hatten schulfrei bekommen und statt der roten Wurst und einem Getränk zum Abschluss der Putzete nahmen sie 500 Euro mit. Das Geld wird in den Eisenbahnwaggon gesteckt, der auf dem Schulhof steht. "Wir brauchen drinnen noch vier Heizungen", sagt Dirk. Er hilft seit drei Jahren mit, aus dem einst kargen Waggon eine Art Wohn- und Arbeitszimmer für die Schüler zu schaffen. Selbst samstags.
Das nun verdiente Geld werden die Schüler sparen. "Wir wollen später alle vier Heizungen gleichzeitig kaufen." Dirk geht davon aus, dass der Waggon dieses Jahr fertig wird. Mit den 500 Euro haben die Schüler nun 717 Euro zusammen, gut ein Drittel. Das bedeutet: Nach der Putzete ist vor dem nächsten Projekt. Wie das aussehen soll, müssen die Schüler sich aber noch überlegen.
Die vollen Müllsäcke haben sie an vereinbarten Orten abgestellt. Die Mitarbeiter des Bauhofs haben den Abfall abgeholt und ihn bei der Deponie in Horrheim abgeladen. Dort findet auch die tote Maus ihre letzte Ruhe.
25.10.2011 - aktualisiert: 25.10.2011 06:07 Uhr
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