Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 26.10.2011
Kornwestheim Im Thomasgemeindehaus erfahren Realschüler, dass ihr ökologischer Fußabdruck viel zu groß ist. Von Stefanie Köhler
Das sind nur einige Zahlen, die die Initiatoren der bundesweiten Bildungskampagne "Fair Future - Der ökologische Fußabdruck" nennen. Dahinter stecken der Verein Die Multivision, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, Oxam Deutschland und der BUND. Zurzeit tourt Multivision mit dem Projekt durch Deutschland, und am Dienstag hat er im Thomasgemeindehaus gehalten.
Ein Film und eine Diskussion haben 600 Theodor-Heuss-Realschülern gezeigt, welche Folgen ihr Fußabdruck hat, Klimawandel und Armut etwa, und was sie tun können, um ihn zu verkleinern.
Der Schlüssel liegt in der Nachhaltigkeit. "Man soll nur so viele Rohstoffe nutzen, wie nachwachsen", sagt Anke Gregersen von Multivision. Die Schüler könnten bei der Ernährung beginnen. Sie verursacht ein Drittel des Fußabdrucks. 1950 hat jeder Deutsche 26 Kilo Fleisch gegessen, heute sind es 90 Kilo pro Jahr. Weniger Fleisch zu essen sei ebenso ein richtiger Schritt wie bei Lebensmittel Bioprodukte und solche mit dem Siegel "Fair Trade" zu kaufen. Es garantiere, dass die Produkte zu angemessenen Preisen angeboten und die Arbeiter nicht ausgebeutet werden.
Auch bei der Kleidung lässt sich auf Bio achten. Der sonstige Konsum macht 18 Prozent des Fußabdruckes aus, Wohnen 25 und Mobilität 22 Prozent. Zum Thema Kleidung zieht Gregersen gerne das Beispiel Jeans heran. Eine in Asien günstig hergestellte Hose reist 43 000 Kilometer um die Welt, bis sie in deutschen Läden hängt. Die Baumwolle, die oft aus Mali stammt, weil sie das wichtigste Exportprodukt des westafrikanischen Staates ist, wird stark gedüngt und braucht auf ihrer Reise viel Energie. Die Jeans hinterlässt letztlich einen 19 Hektar großen Abdruck, eine Jeans aus Biobaumwolle einen drei Hektar großen.
Ein Film genügt nicht, um junge Leute zu Öko-Kleidung und Fleischverzicht zu bewegen. Das weiß Gregersen. Doch sie ist zuversichtlich. Die Schüler hätten das Bewusstsein wie das Wissen über die Probleme. "Fair Future" soll Diskussionen anregen. Wenn die Schüler hinterher Fragen stellten, sei einiges erreicht. Dann gehe es darum, das Thema in der Schule und zu Hause präsent zu halten. Inzwischen tauschen Schüler sich im sozialen Netzwerk Facebook aus. Voneinander lernen, sagt Gregersen, fänden sie oft cooler als auf die Belehrungen der Erwachsenen zu hören.
26.10.2011 - aktualisiert: 26.10.2011 06:06 Uhr
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