Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 27.10.2011
Wintertochter
Reise zu den Wurzeln
Ausgerechnet an Heiligabend erfährt die zwölfjährige Kattaka, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher ist und sie das Ergebnis einer Liebschaft ihrer Mutter mit einem Russen. Selbiger meldet sich vollkommen überraschend aus Stettin, wo er als Seemann vor Anker liegt. Begleitet von ihrem Freund Knäcke und der alten Nachbarin Lene macht sich Kattaka auf den Weg, ihren Vater kennenzulernen. Nicht nur für sie, auch für Lene wird es eine Reise in die eigene Vergangenheit. Triste, farblose Bilder bestimmen den Look von Johannes Schmids Film über Freundschaft zwischen den Generationen und die Suche nach den eigenen Wurzeln. Viel verdankt er seinem guten Ensemble, Nachwuchstalent Nina Monka überzeugt als Kattaka, deren Welt über Nacht einstürzt, Ursula Werner gibt eine fabelhafte Lene mit unbewältigter Vergangenheit. Und der kleine Leon Seidel als Knäcke sorgt für eine wohldosierte Portion Spaß. Trotz des dick aufgetragenen Endes ist dieser Film lohnenswert.
Wolfram Hannemann
27.10.2011 - aktualisiert: 27.10.2011 10:55 Uhr