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Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 29.10.2011

 

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Der Nachwuchs wird passgenau selbst gezogen

Kornwestheim Die Firma mm-lab aus dem Techmoteum bildet mit der Dualen Hochschule Ingenieure aus. Von Birgit Kiefer
 

Rumgammeln ist nicht." Das sagt Carsten Gellert mit Blick auf sein Studium. Von wegen Bummelstudent. Seit Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist das lockere Studentenleben ohnehin schon reglementierter, aber wer - wie Carsten Gellert - an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) eingeschrieben ist, der hat klare Vorstellungen und nimmt es hin, dass sein Alltag eher jenem eines Berufstätigen ähnelt. Freie Kurswahl? Gellert muss so genannte Credit Points sammeln. Wo er welche bekommt, ist genau festgelegt. Semesterferien? Der Student lernt blockweise an der Hochschule, und ansonsten arbeitet er bei der Kornwestheimer Firma mm-lab, die ihren Sitz im Techmoteum in der Stammheimer Straße hat. "Das Studium an der Dualen Hochschule ist viel verschulter als an der Uni", findet er denn auch.



Bei mm-lab macht Gellert jetzt als erster von derzeit vier DHBW-Studenten seinen Abschluss. Für seinen Betreuer bei mm-lab, Dr. Andreas Streit, ist diese noch nicht sehr bekannte Form der Ausbildung, die aus den Berufsakademien hervorgegangen ist, ein wichtiger Grundstein für die Zukunft seines Unternehmens. Als mittelständischer Betrieb habe es mm-lab nicht leicht beim Wettbewerb um die besten Ingenieure, erläutert er. Die sind ohnehin knapp, aber die Kornwestheimer Telematik-Firma sorgt mit der dreijährigen Ausbildung einfach selbst für den passgenauen Ingenieursnachwuchs.



"Es ist halt eher ein Studium für jemanden, der schon genau weiß, wohin er beruflich will", glaubt Streit. Carsten Gellert ist solch einer. Mit gerade mal 22 Jahren legt er nun seine Abschlussarbeit unter dem Titel "Untersuchung der HMI-Usability bei Telematik-Anwendungen" vor. Darin geht es, laienhafter gesprochen, um die Mensch-Maschine-Schnittstelle bei Telekommunikationsgeräten. Der junge Mann sieht hier viel Verbesserungsbedarf, um Nutzern einen möglichst reibungslosen Gebrauch von komplexen Geräten zu ermöglichen. "Der Nutzer sollte nicht vorher ein 100-seitiges Handbuch auswendig lernen", findet der junge Mann. Da es bei mm-lab um Anwendungen geht, die meist in Bewegung bedient werden, muss der Nutzer schnell erkennen können, was zu tun ist. Er braucht außerdem meist nicht die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten des Gerätes - und am wenigsten abgelenkt wird er, wenn Informationen akustisch ausgetauscht werden. Für Gellert ist dies ein ganz wichtiger Eckpfeiler für die Nutzerfreundlichkeit.



Nach der Abnahme seiner Präsentation hat Carsten Gellert einen Bachelor-Abschluss in der Tasche, dazu kann er eineinhalb Jahre Berufserfahrung vorweisen, und er hat für einen Studenten schon ordentlich Geld verdient. Gellert kennt die Abläufe bei mm-lab, hat überall in der Firma hineingeschnuppert und sich die Praxis zur an der Hochschule präsentierten Theorie erarbeitet. Nahtlos könnte er sich in das Unternehmen einfügen, und laut Streit würde mm-lab den jungen Mann auch gerne übernehmen.



Aber der ist ehrgeizig und will noch ein Masterstudium anhängen. "Noch bin ich jung und aufnahmefähig", erklärt der aus der Uckermark in Brandenburg stammende Student. Schon vor dem Abitur hatte er seinen dreijährigen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Wer eine duale Hochschule besuchen will, bewirbt sich bei einem dort akkreditierten Unternehmen und kommt auf diesem Weg an die Hochschule. Datenverarbeitung habe ihn schon immer interessiert, erzählt Gellert. Und damit erfüllt er schon eine der Grundvoraussetzungen für sein Fach, die angewandte Informatik. Und anwenden kann er sein Wissen tatsächlich immer sofort. Von den anderen DHBW-Studenten kümmert sich der eine gerade um die Datenbanken auf mobilen Geräten der Firma, und ein anderer arbeitet an einem System, das hilft, die Software von mm-lab besser zu managen. Als wären sie eben normale Mitarbeiter und nicht Studenten bei einem Praktikum. . .


 

29.10.2011 - aktualisiert: 29.10.2011 06:05 Uhr

 

 




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