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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 03.11.2011

Die Höhle der vergessenen Träume 3D

Mit der Steinzeit auf Augenhöhe

Wandmalereien zählen zu den ältesten Zeugnissen der Menschheit. Weit über 30.000 Jahre alt schätzt man die auf Fels gemalten Kunstwerke in der Chauvet-Höhle in Südfrankreich. Seit ihrer Entdeckung im Jahr 1994 wird sie von Wissenschaftlern untersucht, die Öffentlichkeit darf nicht hinein. Mit einer Sondergenehmigung des französischen Kultusministeriums und unter hohen Auflagen durfte Filmemacher Werner Herzog die Höhle mit einer minimalen Filmcrew betreten. Er dokumentiert nicht nur die Begehung, sondern lässt auch Wissenschaftler zu Wort kommen, die sich der Erforschung dieser Höhle verschrieben haben.

So ist ein außergewöhnliches Dokument entstanden, das zusätzlich an Reiz gewinnt durch die 3-D-Technik, die den Betrachtern quasi einen dreidimensionalen Zutritt zu diesem Naturdenkmal ermöglicht. Etwas gewöhnungsbedürftig allerdings sind Herzogs übertrieben ehrfurchtsvoll eingesprochene Kommentare aus dem Off. Wenn er darüber grübelt, was wohl Albino-Alligatoren angesichts der Wandmalereien denken würden, scheint er komplett den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Nichtsdestotrotz ist sein Film ein Muss für Höhlenfans.
 

Wolfram Hannemann

03.11.2011 - aktualisiert: 03.11.2011 10:36 Uhr

 


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