Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 17.11.2011
Der ganz normale Wahnsinn - Working Mum
Der Terminplan wackelt
Sarah Jessica Parker gerät als Karrierefrau und Mutter in Nöte
Familie und Karriere - geht das? Zumindest für die smarte und erfolgreiche Finanzmanagerin Kate (Sarah Jessica Parker, "Sex And The City") schließt das eine das andere nicht aus. Mit geübter Hand und einem minutiös geplanten Stundenplan schafft sie mit links, wovon viele Frauen träumen. Als das zwischen Job, Kindern und Ehemann pendelnde Energiebündel Kate jedoch den Auftrag zum Abschluss eines großen Geschäfts erhält, kommt ihr mühsam ausgetüftelter Terminplan gehörig ins Wackeln. Nicht genug damit, dass sie plötzlich ständig Geschäftsreisen antreten muss - jetzt hat auch noch ihr Geschäftspartner Jack Abelhammer (mit dem sie mehr Zeit verbringt als mit ihrer Familie) ein Auge auf sie geworfen.
Mit witzigen Regieeinfällen lockert Douglas McGrath seine Komödie über ein aktuelles Thema vortrefflich auf. Da erscheinen beispielsweise Kates To-do-Listen, die sie Nacht für Nacht im Bett liegend gedanklich ausarbeitet, um Familie und Job unter einen Hut zu bringen, sichtbar an der Schlafzimmerdecke. Oder es treten einzelne Darsteller aus der jeweiligen Szene heraus und sprechen das Publikum direkt an, während der Hintergrund einfriert.
In anderen Szenen wiederum äußern die Darsteller ihre Meinung zu Karriere und Familie gegenüber einem imaginären Interviewer - gerade so, als wären sie Teil einer Reality-Show. Und sie tun das ganz fabelhaft! Hier glänzen speziell die gut besetzten Nebendarsteller, Olivia Munn als Kates Junior-Partnerin, die extrem antiseptisch wirkt und auf keinen Fall Kinder haben möchte, oder Seth Meyers als intriganter und schleimender Kollege.
Alleine Pierce Brosnans Rolle wirkt etwas aufgesetzt. Als Kates gut aussehender und beste Umgangsformen pflegender Geschäftspartner ist er an Sarah Jessica Parkers Seite etwas zu viel des Guten. Der besondere Reiz dieser Komödie: Sie wird aus der Sicht der Frauen erzählt. Da können Männer noch einiges lernen.
Wolfram Hannemann
17.11.2011 - aktualisiert: 17.11.2011 10:41 Uhr