Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 05.01.2012
Filmkritik
Jonas
Es ist ein Experiment: Schauspieler Christian Ulmen (36) schlüpft in die Rolle des Dauersitzenbleibers Jonas (18) und durchlebt – beobachtet von Kameras – die Probezeit für die mittlere Reife. Ethikunterricht, Chemie, Logarithmen. Mit Mathematik steht Jonas auf Kriegsfuß, dafür punktet er in Musik und verliebt sich spontan in seine Lehrerin.
Der Sinn dieses Kinoexperiments im Reality-TV-Format erschließt sich nicht – es provoziert mit Peinlichkeiten und langweilt gehörig. Ständig sind Kameras sichtbar im Einsatz, der Schulleiter wechselt beim Vier-Augen-Gespräch mit Jonas munter zwischen "Du" und "Sie" und kann sich dabei das Grinsen nicht verkneifen.
Grenzwertig wird es, wenn Ulmen alias Jonas minderjährige Schülerinnen anmacht und ihnen Liebesgeheimnisse entlocken will. Mit guter Unterhaltung hat das nichts zu tun.
Wolfram Hannemann
05.01.2012 - aktualisiert: 05.01.2012 11:34 Uhr