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Clubs & Discos

Erster Stock

1.Stock
 

Der Weg: Nur ein paar Schritte vom Tagblattturm entfernt liegt der Erste Stock in der Steinstraße ziemlich zentral. Wer mit Stadt- oder S-Bahn unterwegs ist, steigt am besten am Rotebühlplatz oder am Rathaus aus und geht noch ein paar Meter zu Fuß. Knallorange leuchtet unten der vegetarische Imbiss Vegi-Voodoo-King, direkt darüber ist die Bar - natürlich im ersten Stock, wo sonst?

Der Stil: Simpler geht es kaum. Puristen und Hasser alles Barocken fühlen sich garantiert wohl, denn Überflüssiges findet sich nicht. Vier Barhocker, zwei Holzbänke und ein schwarzer Tresen sind das komplette Mobiliar. Wer Stehpartys nicht mag, kann zu Hause bleiben. Die ockerfarbenen Wände erinnern an die heruntergekommenen Fassaden in einer französischen Kleinstadt. Und nicht zu vergessen die Aussicht - zwei Fenster, so unterhaltsam wie zwei Fernseher: Die Kaufhauswerbung schimmert grünlich, im Parkhaus gegenüber drückt zwar keiner auf den Abzug einer Knarre, aber aufs Gas. Da ist immer was los. Betonmelancholie im Neonlicht und nebenher an einem Glas Stolichnaya-Wodka nippen. Was will man mehr?

Die Macher: Es sind zwei, und sie wohnen sogar über ihrer Bar - Klaus Fecker und Konrad Krammer. Nicht bescheiden haben die beiden das ganze Haus gemietet. Im Erdgeschoss betreibt Krammer den leckeren Imbiss. Als das Übersetzungsbüro im ersten Stock vor drei Jahren auszog, wollten die Jungs gemeinsam etwas aufziehen. "Da sind wir auf die Bar gekommen", sagt Klaus Fecker. Sein Informatikstudium hat er geschmissen, dafür stellt er sich hinter die Plattenteller und lässt die Scheiben kreisen. Ein bisschen Brigitte Bardot, ein bisschen Chat Baker und ganz selten Elektronik.

Das Publikum: Muss etwas für Sardinenbüchsen übrig haben. Eng, enger, Erster Stock. Von 23 Uhr an füllt sich die Wohnzimmerbar und ganz junge Hüpfer werden hier selten gesehen. So ab 25 aufwärts tummeln sich die Ausgehfreudigen auf den wenigen Quadratmetern und sie pflegen hier den Körperkontakt. Nur gut, dass es im winzigen Nebenzimmer eine Dusche hat, die funktioniert. In der Sommerhitze sei hier schon alles vorgekommen, sagen die Stammgäste, auch Geplantsche unterm kühlen Strahl.

Die Drinks: In schwarzen Lettern steht die Auswahl auf der Wand. Eine Karte? Vergiss es! So simpel wie das ganze Interieur ist das Angebot. Nur fehlen manchmal die frischen Minzezweige für den Mojito, und das beschränkt die ohnehin karge Cocktail-Auswahl ungemein. Dafür haut der süffige Caipirinha richtig rein. Das Lächeln der Bardame bringt das Eis zum Schmelzen. Genau eine Whiskey-Sorte wird ausgeschenkt, eine mit Stil natürlich: zum 18 Jahre alten Glen Morangie fehlt nur noch das Kaminfeuer.

Die Preise: Das gefragte Schönbuch Bier ist für 2,50 Euro zu haben. 0,25 l Mineralwasser kosten 1,50 Euro, Caipirinha oder Mojito jeweils 7 Euro, Orangina oder Afri Cola jeweils 2 Euro. Und ebenfalls auf der Getränkeliste: ein praktisches Hygieneset für 9 Euro. Das Handtuch für die Dusche!
 

Christine Keck, Stuttgarter Zeitung vom 21.01.2003


Adresse
1. Stock
Steinstraße 13
70173 Stuttgart-Mitte




Öffnungszeiten
Donnerstag
21:00 - 2:00 Uhr
Freitag und Samstag
21:00 - 4:00 Uhr
 

Alle Angaben ohne Gewähr
(insbesondere bei Öffnungszeiten)

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