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Interview

Der neue Film von Otto Waalkes

"Was sind das für Typen?"
 

Humor hat wieder Konjunktur in Deutschland - eine Herausforderung auch für einen, der seit mehr als drei Jahrzehnten das Lachen predigt. Mit dem Film "7 Zwerge - Männer allein im Wald" meldet sich Otto Waalkes als Märchenverehrer zurück. Am heutigen Freitag ist er in Stuttgart zu Gast - im Kino Gloria stellt er seine Schneewittchen-Version selbst vor. Grund genug, vorab mit ihm über "7 Zwerge" zu sprechen.

Märchenfilm als eine Art Besinnung nach dem Misserfolg mit Ihrem letzten Film?

Das kann schon sein. Aber das war auch nur noch ein Nachzügler. Mit diesem Märchenfilm laufe ich schon länger rum und wollte schon "Asterix und Obelix" machen, bevor ich diesen merkwürdigen Katastrophenfilm gedreht habe. Bei den "Otto"-Filmen war alles außer Otto nur Staffage, und das erschöpft sich nach einer gewissen Zeit. Mich hat das auch interessiert, mal als Mitglied eines Ensembles zu funktionieren. Das ist sozusagen eine Weiterbildungsmaßnahme.

Hatten Sie keine Angst, dass Ihnen die anderen Komiker die Show stehlen könnten?

Aber nein, jeder Kollege ist eine Bereicherung. Wir sitzen alle in einem Boot, und deutscher Humor ist wieder angesagt. Selbst im Ausland heißt es: "The Germans can be very funny!" Was vor allem Bully mit seinem Sensationserfolg "(T)Raumschiff Surprise" zu verdanken ist. Ich freue mich für ihn, und letztendlich öffnen sich für alle neue Türen.

Woher rührt Ihre Begeisterung für das "Es war einmal ..."?

Märchen funktionieren für mich als Transportmittel, um meine Parodien und Persiflagen einzubinden. Die sind zeitlos. Die kann man immer wieder bringen, und man hat automatisch eine tolle Fallhöhe, wenn in ein Märchen moderne Sachen reinpackt werden. Außerdem ist die Erzählform so wunderschön: "Susi Sorglos saß zu Hause und föhnte ihr goldenes Haar ..."

Und warum jetzt das Märchen von den sieben Zwergen?

Das ist mein Märchen. Mein Vater hat mir oft von Schneewittchen und den Zwergen erzählt, und ich habe mich immer gewundert, was das denn für Typen sind - diese Zwerge. Was machen die beruflich, woher kommen die, was treiben die den ganzen Tag? Die Grimms sind ja nicht auf die Jungs eingegangen. Die Hintergründe wurden weggelassen, und meine Idee war nun, mal etwas tiefer zu graben: Wie kommt es zu dieser idiotischen Wohngemeinschaft da draußen im Wald.

Ihre Rolle im Film ist die des harmlosen Bubi, der noch nie mit Frauen zu tun hatte. Im wahren Leben sind Sie aber fast ein Frauenheld ...

Frauenheld? Hört sich gut an, stimmt aber nicht. Einer, der viel von Frauen hält vielleicht. Ich bin ja gerade das zweite Mal verheiratet. Joschka Fischer und der Kanzler haben mich da schon weit überholt.
 

Fragen von Alexander Soyez, Stuttgarter Nachrichten

02.11.2004 - aktualisiert: 05.09.2007 20:02 Uhr

 



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