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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 22.12.2005

Heidi

Wiedersehen

Heidi ist wieder da, das ursprüngliche, naturverbundene Waisenkind, Romanfigur der Johanna Spyri von 1880, Filmheldin diverser Real- und Trickfilmproduktionen, treue Begleiterin vieler Kindergenerationen. Und, geben wir es in vorweihnachtlicher Rührstimmung zu: Die Geschichte lässt uns auch heute nicht kalt.

Es ist einfach nett, die klar konzipierten Charaktere (gute Heidi, böse Tante Dete, guter Peter, böses Fräulein Rottenmeier) durch die landschaftlichen Antipoden (schlimme Großstadt, wunderbare Berglandschaft) zu begleiten, den Zicklein beim Springen und dem brummigen Großvater beim Auftauen zuzusehen. Und selbst, wenn der Berg brüllt und Schneelawinen gebiert, gehört dem Natürlichen unsere Empathie. Wo bliebe sonst auch die Logik der Geschichte, dass Heidi vor Sehnsucht nach den Bergen ganz heimwehkrank wird und letztlich auch ihre behinderte Freundin Klara in der guten Bergluft genesen kann?

Technisch gesehen ist die Neuverfilmung keine große Nummer. "Kreative Köpfe aus drei Kontinenten" (Werbung) haben die Zutaten geliefert, und meist verderben viele Köche doch den Brei. Das Bergpanorama ist gräßlich, weil grau, und Heidis Augen haben wir schon schöner leuchten sehen. Trotzdem: Ein Seelenverbieger ist der Streifen weder für Kinder noch für Erwachsene und darf deshalb familientauglich genannt werden. Und wem der Heidi-Song schon immer zu schnulzig war, der hält sich eben auch diesmal die Ohren zu.
 

Brigitte Jähnigen

22.12.2005 - aktualisiert: 22.12.2005 13:55 Uhr

 


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