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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 23.02.2006

Stay

Déjà-vu

Eine schwarze Witwe in den amerikanischen Südstaaten und der weiße Henker ihres Mannes werden ein Liebespaar - mit "Monster"s Ball", einem der wenigen Filme, in dem die Sexszene wirklich gebraucht wird, etablierte sich Marc Forster 2001 mit einem Schlag als Regie-Hoffnung. Das gefühlvolle Peter-Pan-Epos "Finding Neverland" bestätigte 2004 diesen Eindruck.

Nun versucht sich der gebürtige Ulmer Forster, der in der Schweiz aufgewachsen ist, an einem mysteriösen Psychodrama. Ein Professor möchte einen seiner Studenten am Suizid hindern, doch bald verschwimmen Realität und Traum, Zeit und Raum. "Wenn das ein Traum ist, dann steckt die ganze Welt darin", sagt der Protagonist (Ewan McGregor) einmal.

Handwerklich ist Forsters Film ohne Makel: Kunstvolle Überblendungen, Traumsequenzen und Déjà-vus sind eindrucksvoll und stimmig inszeniert. Die große Form kann allerdings nicht verdecken, dass die Geschichte nur ein Vorwand ist. Sie bleibt bis zum Schluss ein wirres Konglomerat aus scheinbar beliebigen Eindrücken, das auch dadurch nicht interessanter wird, dass der Zuschauer nicht weiß, was wirklich passiert und was Einbildung ist.

Das hat man schon gehaltvoll gesehen - "Fight Club", "The Sixth Sense" und "Memento" lassen grüßen.
 

Bernd Haasis

23.02.2006 - aktualisiert: 23.02.2006 13:01 Uhr

 


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