Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 13.04.2006
Final Destination 3
Die Strategie des Todes
Kurz nachdem sich die Sicherheitsbügel der Achterbahn schließen, wird die 17- jährige Wendy von einer Grauen erregenden Vision befallen. Ein schrecklicher Unfall erscheint vor ihrem inneren Auge. Fluchtartig und panisch verlässt sie mit ihren Freunden das Gefährt. Und sie wird Recht behalten: Die Achterbahnfahrt gerät außer Kontrolle. Doch die Freude der Überlebenden ist von kurzer Dauer. Das Schicksal hat auch ihren Tod beschlossen. Lediglich Wendy glaubt an eine weitere Chance. Auf den Fotos, die sie im Freizeitpark geschossen hat, entschlüsselt sie Hinweise, wer als Nächster sterben wird. Vielleicht lässt sich der Tod ein zweites Mal austricksen.
Mit einer gepfefferten Gewaltorgie fräst "Final Destination 3" eine Spur der Verunsicherung in die Sehgewohnheiten des unbedarften Zuschauers. Aufplatzende und verbrennende Haut im verklemmten Solarium, Gehirndurchschüsse mit dem Bolzenschussgerät und andere Appetitlichkeiten werden in Nahaufnahme zelebriert.
Das ist mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack. Schon fast liebevoll ist dagegen die Verkettung unglücklicher Umstände konstruiert, die zu den vielen Todesfällen führen. Ein Wassertropfen an der einzig falschen Stelle, und die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten. So viel subtile Gemeinheit hätte man dem Sensenmann nicht zugetraut.
Klaus Friedrich
13.04.2006 - aktualisiert: 13.04.2006 11:06 Uhr