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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 08.06.2006

Französisch für Anfänger

Die Gepflogenheiten unserer Nachbarn

Wie sich Henrik (François Göske) mit dem französischen Bettzeug abmüht, das hat schon was. Großen Realitätsbezug weist auch der erste Schock auf, den er während einer ganz "normalen", eben sehr lebhaft à la française geführten Diskussion am Esstisch seiner Gastfamilie bekommt, als die liebenswürdige Gastmutter einen Schrei und im Anschluss eine Schimpftirade ausstößt - auch das scheint aus ureigenster Erfahrung zu stammen.

"Französisch für Anfänger" hat diese humorvollen, gut beobachteten Momente, die Spaß machen. Die Story hat Potenzial: Der junge Henrik entschließt sich zum Gastaufenthalt in Frankreich, obwohl er in Französisch eine Niete ist und kaum ein Wort stammeln kann, weil er ausgerechnet in die Initiatorin des Frankreich-Austausches auf seiner Schule (Paula Schramm) verliebt ist. Was ihm in der Folge so alles passiert, welche Liebesnöte und brenzlige Situationen, welche Kuriositäten und Missverständnisse, das verklickert uns, mitunter sehr pfiffig, dann wieder verhalten unterhaltend, dieser Film.

Die Crux ist die Liebesgeschichte. Sie kommt zu oberflächlich daher und entspricht zu stark den erwachsenen Vorbildern: Altklug zum einen, abgeschmackt zum anderen, und mit einem wirklich nicht zu übertreffenden kitschigen und vorhersehbaren Ende.

Aber wahrscheinlich wollen auch deutsche Teenager mal so richtig à la Hollywood träumen.
 

Eva Maria Schlosser

08.06.2006 - aktualisiert: 08.06.2006 10:42 Uhr

 


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