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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 25.10.2007

Halloween

Viel Blut, viel Langeweile

Der minderjährige Michael Myers schlachtet an Halloween seine Familie ab. Jahre später gelingt ihm die Flucht aus der Anstalt - mit bösen Folgen für die Umwelt. Der damals noch unbekannte John Carpenter setzte 1978 mit seinem Horrorschocker "Halloween" mit meisterhafter Kameraführung Maßstäbe im "Slasher"-Genre. Viele Fortsetzungen erreichten nie wieder diese Qualität, doch angesichts der aktuellen Remake-Schwemme war es nur eine Frage der Zeit, bis auch "Halloween" neu entdeckt würde.

Rockmusiker Rob Zombie, auch als Horror-Regisseur kein unbeschriebenes Blatt mehr ("The Devil"s Rejects"), hat es nun gewagt, doch leider konnte er dem alten Stoff keine neuen Aspekte abgewinnen, sein Film ist gar ein Rückschritt. Nicht mangels brutaler Szenen, mit denen er der alten Fassung sogar den Rang abläuft, sondern wegen der langweiligen Inszenierung, angefangen mit einer zu lang geratenen Exposition. Spätestens aber, wenn Carpenters Originalmusik zur Spannungssteigerung herhalten muss (immerhin in solidem sechskanaligem Digitalton), entlarvt sich diese Neuauflage als vollkommen uninspiriert. Auch die Besetzung ist unterdurchschnittlich, sieht man von Malcolm McDowell ab, der als Psychiaters sein Bestes zu geben versucht. Viel Gekreische, viel Blut, viel Langeweile - Rob Zombie würden ein paar Nachhilfestunden in Sachen Spannung nicht schaden.

Ein Gutes hat der Film dann doch: Er weckt den unwiderstehlichen Drang, das Original aus dem Jahre 1978 in den DVD-Player zu legen. Da kann man sehen, wie es die Profis machen.
 

Wolfram Hannemann

25.10.2007 - aktualisiert: 25.10.2007 10:38 Uhr

 


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